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Die auf der Elbe und ihren Nebenflüssen heranrollende Flutwelle hat Ostdeutschland und Tschechien mit voller Wucht getroffen. Die Wassermassen überfluteten am Mittwoch in Sachsen und Sachsen-Anhalt Städte und drohten Deiche einzudrücken. Besonders bedroht ist Halle.

Dort wurden nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung von Sachsen-Anhalt etwa 30'000 Menschen zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert. Die Stadt sei "der Schwerpunkt" des Geschehens, sagte eine Sprecherin des Krisenstabs in Magdeburg.

Das Hochwasser der Saale hatte den Angaben des Krisenstabs zufolge am Morgen einen Damm mitten in Halle überflutet, so dass die Innenstadt und weitere Stadtteile voll Wasser liefen. Die Polizei warnte die Menschen demnach über Lautsprecher vor der Gefahr.

Aber auch in anderen Regionen von Sachsen-Anhalt war die Situation ernst. Acht Landkreise und Städte lösten Katastrophenalarm aus.

1000 Menschen in Dresden in Sicherheit gebracht

In Sachsen mussten nach Angaben der Kreisverwaltung zwei Ortschaften zwangsevakuiert werden. In Dresden kämpften die Einsatzkräfte weiter mit Sandsäcken gegen die steigenden Pegel. Die Behörden begannen mit Evakuierungen in weiteren Stadtteilen, etwa 1000 Menschen waren laut Stadtbehörden bisher von den freiwilligen Massnahmen betroffen.

Zunehmend bedrohlich entwickelte sich die Hochwasser-Lage in Brandenburg. In Arnsnesta im Elbe-Elster-Gebiet an der Grenze zu Sachsen-Anhalt brach in der Nacht zu Mittwoch ein Deich.

Angesichts des allmählich in Richtung Norden fliessenden Wassers bereiteten sich auch die Behörden in Magdeburg auf die Flut vor und verstärkten Deiche. In Niedersachsen begannen Landkreise an der Elbe ebenfalls mit Vorbereitungen.

Sinkende Pegel in Bayern

In Bayern ging das Hochwasser an vielen Orten zurück, in Deggendorf und Straubing blieb die Lage aber ernst. In Passau haben die meisten Haushalte wieder Trinkwasser. Auch die Stromversorgung werde nach und nach wiederhergestellt, hiess es. Die Menschen der Drei-Flüsse-Stadt hatten in der Nacht zum Dienstag das schlimmste Hochwasser seit mehr als fünf Jahrhunderten erlebt.

Auch in Regensburg zeichnete sich eine Entspannung ab. Der Katastrophenfall bleibe aber vorerst bestehen. In Thüringen begannen die Menschen nach der Flut bereits mit dem Aufräumen.

Wasser strömt über Hochwasserwände

Tschechien wurde ebenfalls hart getroffen. Die Elbe flutete weite Teile der Industriestadt Usti im Norden des Landes. Ihr Wasser strömte in der Nacht zum Mittwoch schneller als erwartet über die Hochwasserwände im Stadtteil Strekov, wie das tschechische Fernsehen berichtete. Hunderte Menschen kamen in Notunterkünfte.

Am Morgen lösten sich im Hafen von Decin mehrere Container und trieben anschliessend in den Fluten der Elbe. Drei mit Stickstoff gefüllte Tanks konnten später flussabwärts eingefangen werden, zwei davon erst in Deutschland. Andere Container trudelten weiter in der Strömung und gingen zwischendurch unter.

In ganz Tschechien hätten mehr als 19'000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen, teilte die Feuerwehr mit. Bislang seien acht Menschen bei den Unwettern gestorben. In Prag begann sich die Lage langsam zu entspannen, das U-Bahnnetz im Zentrum der Millionenstadt blieb aber geschlossen.

Donau erreicht neuen Höchststand

In der slowakischen Hauptstadt Bratislava erreichte der Wasserstand der Donau am Mittwoch einen neuen Höchststand. Nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes SHMU stiegen die Fluten auf 9,80 Meter. Die Scheitelwelle wurde aber erst für die Nacht zum Donnerstag erwartet.

Auch in Österreich war die Lage entlang der Donau äusserst angespannt: Zwar sanken in einigen Orten in Nieder- und Oberösterreich die Pegelstände, doch wurden Wände und Wälle auf eine harte Probe gestellt.

Der Hochwasser-Höhepunkt der Donau bewegte sich weiter auf Wien zu, er sollte dort in der Nacht zum Donnerstag erreicht werden. Überall in Österreich waren infolge des Hochwassers weiter zahlreiche wichtige Strassen und Bahnstrecken blockiert.

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SDA-ATS