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Ein verletztes Kind im Spital von Ost-Ghuta nach einem Angriff von syrischen Regierungstruppen auf die von Rebellen belagerte Stadt.

KEYSTONE/EPA/MOHAMMED BADRA

(sda-ats)

Bei den heftigen Angriffen auf das syrische Rebellengebiet Ost-Ghuta sind am Montag mindestens 100 Zivilisten getötet worden. Dabei handle es sich um die höchste Opferzahl an einem Tag seit drei Jahren, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Unter den Toten seien mehr als 20 Kinder und 15 Frauen, schreibt die Organisation am Dienstag. Flugzeuge und Helikopter hätten Dutzende Angriffe auf Ost-Ghuta geflogen. Das Gebiet sei zudem mit Artillerie beschossen worden.

Die Region Ost-Ghuta gehört in dem Bürgerkriegsland zu den letzten Gebieten, die noch unter Kontrolle von Rebellen stehen. Sie wird überwiegend von zwei Islamistengruppen kontrolliert, an einzelnen Stellen ist jedoch auch das Dschihadistenbündnis Hajat Tahrir al-Scham aktiv.

Ost-Ghuta ist seit Monaten von Regierungstruppen eingeschlossen. Rund 400'000 Menschen sind dort wegen der Blockade fast vollständig von der Aussenwelt abgeschnitten. Helfer berichten von einer dramatischen humanitären Lage. Es fehle an Nahrung und medizinischer Versorgung.

Die Hilfsorganisation UOSSM teilte mit, fünf Spitäler in Ost-Ghuta seien gezielt bombardiert worden und ausser Betrieb. "Dies könnte einer der schlimmsten Angriffe in der syrischen Geschichte sein", erklärte UOSSM-Geschäftsführer Zedoun Al Zoubi. "Zivilisten systematisch anzugreifen und zu töten ist ein Kriegsverbrechen."

Appelle von Uno und EU

Die Uno und die EU forderten ein sofortiges Ende der Luftangriffe. "Die humanitäre Lage der Zivilisten in Ost-Ghuta ist völlig ausser Kontrolle", erklärte der Uno-Koordinator für humanitäre Hilfe in Syrien, Panos Mumtsis. "Es ist zwingend erforderlich, dieses sinnlose menschliche Leiden zu beenden."

Auch die EU appellierte am Montag an die Konfliktparteien, alle nötigen Massnahmen für einen Rückgang der Gewalt sowie den Schutz des syrischen Volkes unter Berücksichtigung des humanitären Völkerrechts zu tun. Für humanitäre Hilfe müsse es dringend Zugang geben.

"Es gibt keine militärische Lösung für diesen Konflikt", sagten die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini und der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Christos Stylianides, nach einem Treffen mit syrischen Oppositionellen in Brüssel.

Eigentlich gilt in Ost-Ghuta eine regionale Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierungstruppen, doch besteht die von Russland, dem Iran und der Türkei vermittelte sogenannte Deeskalationszone nur noch auf dem Papier. In dem seit fast sieben Jahren andauernden Krieg in Syrien wurden bereits mehr als 340'000 Menschen getötet.

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SDA-ATS