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Neuenburg - Fast 6200 Personen sind in der Schweiz inhaftiert. Das ist der höchste Stand seit 1999. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl bleib der Häftlingsbestand aber konstant. Vor allem in der lateinischen Schweiz sind einige Gefängnisse überbelegt.
Dies geht aus der Statistik über den Freiheitsentzug 2010 hervor, die am Dienstag vom Bundesamt für Statistik veröffentlicht wurde. Danach waren am 1. September 2010 in der Schweiz 6181 Personen in Einrichtungen des Freiheitsentzugs inhaftiert. Im Vorjahr waren es 6084.
Seit 1999 schwankt die Zahl der Inhaftierten zwischen knapp 5000 (2002) und 6200 (2010). Auf 100'000 Einwohner gab es 2010 80 Insassen in Haftanstalten - eine seit 2004 ziemlich konstante Grösse. 2005 waren es 83 Häftlinge pro 100'000 Einwohner. Die Schweiz hat im westeuropäischen Vergleich eine relativ niedrige Häftlingsrate.
Die Gefängnisse waren zu 92,5 Prozent belegt. Die Belegungsrate nahm gegenüber 2009 um 1,5 Prozentpunkte zu. Während in den deutschschweizer Kantonen die Anstalten zu rund 87 Prozent belegt waren, erreichte die Belegungsrate in den lateinischen Kantonen 105 Prozent.
So musste etwa die Genfer Anstalt Champ-Dollon, die auf 270 Haftplätze angelegt ist, 2010 zeitweilig 622 Häftlinge aufnehmen. Einige Waadtländer Gefängnisse waren zu 130 bis 170 Prozent belegt.
8 von 10 U-Häftlingen sind Ausländer
Von den Inhaftierten befanden sich 31 Prozent in Untersuchungshaft, 61 Prozent im Straf- und Massnahmenvollzug, 6 Prozent waren im Rahmen von Zwangsmassnahmen im Ausländergesetz und 2 Prozent aus anderen Gründen inhaftiert.
Seit 2004 ist der prozentuale Anteil an ausländischen Inhaftierten stabil: Er macht 72 Prozent des Gesamtbestands aus. Bei den Untersuchungshäftlingen lag der Ausländeranteil gar bei über 81 Prozent - ebenfalls ein über die Jahre relativ stabiler Prozentsatz.
Ausländer werden wegen Fluchtgefahr eher in Untersuchungshaft genommen als Schweizer. 60 Prozent der ausländischen U-Häftlinge haben keinen offiziellen Wohnsitz in der Schweiz. Es sind (Kriminal-)Touristen, Grenzgänger und illegal Eingereiste.
5,6 Prozent der Inhaftierten sind Frauen - ein seit 1999 ziemlich konstanter Prozentsatz. Der Anteil der Minderjährigen ging auf 0,6 Prozent zurück - der geringste Wert seit 1999.

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SDA-ATS