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Hohe Kosten trüben Freude über starkes Wachstum von Alibaba

Das Wachstumswunder bei Alibaba dauert an: Der chinesische Onlinekonzern baut sein Geschäft weiter stark aus, obwohl die Wirtschaft im Heimatmarkt China an Schwung verliert. Hohe Kosten nagen aber am Gewinn, zudem scheut das Management eine Prognose.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar, wie Alibaba am Dienstag mitteilte. Die Erwartungen der Analysten wurden damit übertroffen.

Der Internetboom im Heimatmarkt China beschert Alibaba steigende Nutzerzahlen und Werbekunden. Im September kauften 307 Millionen Kunden auf Alibabas Online-Marktplätzen ein - 28 Millionen mehr als im Vorjahr.

Im zukunftsweisenden mobilen Markt machte Alibaba im dritten Quartal einen Umsatz von 606 Mio. Dollar - über 1000 Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten schauen besonders aufmerksam auf diese Zahlen, weil immer mehr Nutzer auf Smartphones und Tablets im Internet einkaufen.

Konzernchef Jonathan Lu zeigte sich zufrieden: "Wir haben ein starkes Quartal mit deutlichem Wachstum über alle wichtigen Geschäftsfelder hinweg geliefert."

Hohe Kosten wegen Aktiendebüt

Die Alibaba-Aktie stieg vorbörslich zunächst um über 3 Prozent, die Euphorie verpuffte jedoch schnell wieder und das Papier drehte zwischenzeitlich sogar ins Minus. Zum Handelsauftakt in New York legten die Anteilsscheine um etwas mehr als ein Prozent zu.

Dass die Marktreaktionen trotz des starken Umsatzwachstums verhalten ausfielen, hat zwei Gründe: Einerseits verdiente Alibaba von Juli bis September unterm Strich lediglich 494 Mio. Dollar - gut 38 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Als Ursache führte die Geschäftsführung Sonderkosten wie Mitarbeiter-Boni im Zusammenhang mit dem Aktiendebüt in New York im September an.

Zudem weigerte sich das Management, eine Prognose für die künftige Geschäftsentwicklung abzugeben. Finanzchefin Maggie Wei Wu erklärte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, es entspreche der Firmenphilosophie, keine Vorhersagen zu machen. Das Unternehmen wolle sich auf das langfristige Wachstum konzentrieren.

Erfolgreicher Börsengang

Das Unternehmen hatte am 19. September den bisher grössten Börsengang der Finanzgeschichte gestemmt und an der New York Stock Exchange rund 25 Mrd. Dollar eingesammelt. Seitdem ist der Aktienkurs um fast 50 Prozent gestiegen. Alibaba ist beim Börsenwert bereits an Wettbewerbern wie Amazon oder Ebay vorbeigezogen.

Die wichtigsten Handelsplätze des Konzerns sind Taobao und Tmall. Taobao ist eine Art riesiges Internetkaufhaus für Kleinanbieter. Tmall bietet Unternehmenskunden eine Plattform, dort sind auch westliche Grosskonzerne wie beispielsweise Nike vertreten. Im boomenden chinesischen Onlinehandel ist Alibaba unangefochten die Nummer eins.

Während das Wachstum bei Alibaba bislang nicht zu bremsen scheint, gerät Chinas Konjunkturmotor zunehmend ins Stottern. Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt ist im dritten Quartal so langsam gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Finanzprofis sehen Alibaba Erfolgsaussichten vor allem von der steigenden Kaufkraft der chinesischen Mittelschicht abhängen.

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