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In Frankreich deutet sich auf den letzten Metern des Präsidentschaftswahlkampfes ein enges Rennen an. Zwei Tage vor der Stichwahl verkürzte Amtsinhaber Nicolas Sarkozy in einer Umfrage von Ifop-Fiducial den Abstand auf seinen Herausforderer François Hollande auf vier Prozentpunkte.

Der Vorsprung des favorisierten Hollande schmolz um einen Punkt bei einer Zustimmung von 52 Prozent auf den niedrigsten Wert während des Wahlkampfes. In der am Freitag veröffentlichten Erhebung kam Sarkozy auf 48 Prozent.

Hollande hat trotzdem Grund zu hoffen, nach François Mitterrand der zweite Sozialist im Präsidentenamt zu sein. Sarkozy seinerseits wäre nach Valéry Giscard d'Estaing der zweite Präsident, der aus dem Amt abgewählt wurde. Soweit wollte der Amtsinhaber bei seinem letzten Wahlkampfauftritt aber nicht blicken.

Im Gegenteil: Er gab sich noch einmal kämpferisch. "Ich spüre wie nie zuvor eine Mobilisierung", sagte er im Badeort Les Sables-d'Olonne an der Atlantikküste. Es gehe für Frankreich um einen historische Entscheid.

"Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie eng es am Sonntag wird, wie sehr es auf Messers Schneide steht", rief er seinen Anhängern zu. Zuvor hatte er bereits im Radiosender "Europe 1" eine hohe Wahlbeteiligung sowie einen extrem knappen Ausgang der Stichwahl vorhergesagt.

Schlechte Woche

Das TV-Duell vom Mittwochabend fiel aber nicht zugunsten Sarkozys aus. Und am Donnerstagabend gab es einen neuen schweren Rückschlag für ihn.

Der in der ersten Wahlrunde ausgeschiedene Zentrumspolitiker François Bayrou verweigerte Sarkozy wegen des zuletzt stark nach rechts ausgerichteten Wahlkampfes die erhoffte Unterstützung. Er selbst werde für Hollande stimmen, sagte Bayrou, der neun Prozent der Stimmen erhalten hatte.

Die Anhänger der ausgeschiedenen Kandidaten gelten bei der Stichwahl als Zünglein an der Waage, weil im ersten Wahlgang am 22. April nur etwas mehr als die Hälfte der Wähler für Sarkozy oder Hollande gestimmt hatten. Die drittplatzierte Marine Le Pen sagte ihren Anhängern, sie werde für keinen der beiden stimmen.

Pläne für den Fall der Fälle

Hollande forderte in seinen letzten Auftritten einen "breiten Sieg", um genügend Rückhalt für seine Politik zu haben. Sollte der Sozialist gewinnen, bleibt nur knapp eine Woche für die Amtsübergabe.

Deshalb bereitete das Team Hollande für den Fall eines Machtwechsels schon jetzt erste mögliche Auftritte des Sozialisten auf EU-Ebene vor. Hollande werde im Falle seines Sieges Ende Mai oder Anfang Juni an einem informellen EU-Gipfel teilnehmen, kündigte sein Wahlkampfmanager Pierre Moscovici am Freitag an.

SDA-ATS