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Der diesjährige Holocaust-Gedenktag hat das Augenmerk besonders auf den Völkermord an Sinti und Roma gerichtet. Mit Zoni Weisz sprach erstmals ein Sinti- und Roma-Vertreter vor dem deutschen Bundestag. Bundespräsident Wulff gedachte seinerseits in Auschwitz der Opfer.

Bei einer Gedenkstunde im Bundestag wurde am Donnerstag besonders an die Verfolgung von Sinti und Roma erinnert. Schätzungen zufolge waren bis zu 500'000 Sinti und Roma unter der Nazi-Herrschaft getötet worden.

Die Holocaustopfer verpflichteten dazu, alle Formen von Diskriminierung und Intoleranz zu ächten und jeder Art des Hasses und der Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten, sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Insbesondere Sinti und Roma würden heute weiter stigmatisiert, "auch in Deutschland". Klischees und Vorurteile gegen die grösste ethnische Minderheit in Europa seien immer noch weit verbreitet.

"Vergessener Holocaust"

Als "Zeichen der Versöhnung" bezeichnete Lammert den Auftritt des niederländischen Holocaust-Überlebenden Zoni Weisz. In seiner Rede forderte der 73-Jährige mehr Rechte für die Volksgruppe.

"Es kann und darf nicht sein, dass ein Volk, das durch die Jahrhunderte hindurch diskriminiert und verfolgt wurde, immer noch ausgeschlossen und jeder ehrlichen Chance auf eine bessere Zukunft beraubt wird", erklärte Weisz.

Der Völkermord an einer halben Million Sinti und Roma sei heute weitgehend ein "vergessener Holocaust". "Nichts oder fast nichts hat die Gesellschaft daraus gelernt, sonst würde sie verantwortungsvoller damit umgehen."

Wille zur Versöhnung

Bundespräsident Christian Wulff und Polens Staatschef Bronislaw Komorowski riefen am Holocaust-Gedenktag angesichts fortdauernder Gewalt in der Welt zu Wachsamkeit auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg habe es keinen einzigen Tag in der Welt ohne Krieg gegeben, sagte Wulff in der Erinnerungsstätte des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Und noch immer würden Menschen getötet, weil sie einer anderen ethnischen, religiösen oder sprachlichen Gruppe angehörten.

Wulff dankte auch den Holocaust-Überlebenden und den Nachkommen der Opfer für ihren Versöhnungswillen. Für die Deutschen sei diese Bereitschaft ein grosses Glück, sagte er. Es war die erste Rede eines Bundespräsidenten im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager.

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SDA-ATS