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Hunderte Menschen sind in Polen vor dem Hochwasser auf der Flucht

Dieser Inhalt wurde am 22. Mai 2010 - 17:52 publiziert
(Keystone-SDA)

Warschau/Potsdam - In den Hochwasserfluten in Polen sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Nach mehreren Dammbrüchen im Süden des Landes mussten hunderte Menschen ihre Häuser verlassen. Die Flutwellen auf Weichsel und Oder rollten weiter nach Norden.
"Das Hochwasser ist noch nicht vorbei", warnte Polens Regierungschef Donald Tusk nach einer Sitzung des Krisenstabes in Warschau. An einigen Stellen wachse die Gefahr. An der Oder kam es zu einem Dammbruch in Breslau, als der Hochwasserscheitel die Stadt passierte.
Das Wasser habe den Deich an zwei Stellen durchbrochen, sagte ein Feuerwehrsprecher dem Fernsehsender TVN24. Die Wohnsiedlung Kozanow stehe unter Wasser. Helfer versuchten, den Riss zu stopfen. Die Einwohner wurden aufgefordert, das bedrohte Gebiet zu verlassen. Kozanow hatte während der Jahrhundertflut 1997 besonders stark gelitten.
An der Weichsel südlich von Warschau waren am Freitagabend Deiche gebrochen. Hunderte Menschen mussten fliehen. Die Feuerwehr setzte Helikopter ein, um durch Wassermassen eingeschlossene Menschen zu retten. In Warschau selbst blieb die Lage unter Kontrolle. Die Behörden befürchteten ein Durchsickern des Wassers durch aufgeweichte Dämme.
In der Nähe von Sandomierz wurde die Leiche einer ertrunkenen Frau gefunden, wie ein Feuerwehrsprecher dem polnischen Radio am Samstag sagte. Teile der Stadt, die rund 200 Kilometer südlich von Warschau liegt, stehen seit Mitte der Woche unter Wasser. In Kattowitz in Oberschlesien ertrank ein Mann.
Die Niederschläge in Osteuropa seien aber am Freitag geringer ausgefallen als vorhergesagt und der Wasserstand am Pegel Miedonia an der polnisch-tschechischen Grenze wieder unter 7,00 Meter gesunken, teilte das Landesumweltamt mit. Er hatte in den vergangenen Tage schon einmal knapp neun Meter erreicht.

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