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Hunderttausende fordern Tempelbau im nordindischen Ayodhya

Kundgebung am Sonntag im indischen Ayodhya für den Bau eines Hindu-Tempels an der Stelle einer zerstörten Moschee. Keystone/AP sda-ats
Dieser Inhalt wurde am 25. November 2018 - 16:07 publiziert
(Keystone-SDA)

Ein Ort, zwei Religionen: Im nordindischen Ayodhya stand einst ein Tempel, wo der Hindu-Gott Rama das Licht der Welt erblickt haben soll. Islamische Eroberer setzten eine Moschee dorthin, Hindus rissen sie 1992 nieder. Und wieder geht es nun darum: Wem gehört der Ort?

Hunderttausende Hindus sind am Sonntag im nordindischen Ayodhya für den Bau eines Tempels am einstigen Standort einer Moschee auf die Strasse gegangen. Die Moschee war 1992 von fanatischen Hindus zerstört worden. Dies hatte damals zu landesweiten Ausschreitungen zwischen Hindus und Muslimen mit mehr als 2000 Toten geführt.

Die Polizei war am Sonntag mit einem Grossaufgebot in der Stadt bei Feizabad im Bundesstaat Uttar Pradesh im Einsatz. Die Demonstration sei aber friedlich zu Ende gegangen, teilte die Einsatzleitung am Abend mit.

Die nationalistische Hindubewegung Vishwa Hindu Parishad (Welthindurat) hatte zu der Aktion am Sonntag aufgerufen. Sie wollte Druck aufbauen, um den Bau des Tempels möglichst noch vor den nächsten Wahlen im Mai 2019 durchzusetzen. Sie sprach von 200'000 Teilnehmern. Das Gelände gilt den Hindus als Geburtsort der Gott-Inkarnation Rama.

Ein Wahlversprechen

Auch andere Hardliner-Hindugruppen wie Shiv Sena schlossen sich der Kundgebung an. Der Tempelbau ist ein Wahlversprechen von Indiens regierender BJP, die auch in Uttar Pradesh die Regierung stellt. "Stellen Sie ein Geschütz auf, bauen Sie den Tempel, wir werden Sie unterstützen, aber spielen Sie nicht mit den Gefühlen von Hindus", sagte Uddhav Thackeray, der Chef von Shiv Sena, Journalisten. Indien ist vorwiegend hinduistisch, etwa 14 Prozent der Bevölkerung sind Muslime.

Ob der Tempel tatsächlich gebaut wird, liegt nun in Händen des Obersten Gerichts des Landes. Dort ist die nächste Anhörung für Januar 2019 angesetzt.

An der umstrittenen Stelle hatte bereits ein Rama-Tempel gestanden. Er war von muslimischen Eroberern zerstört worden, die im 16. Jahrhundert die Babri-Moschee erbauten. Derzeit steht dort ein Schrein für Pilger, der von aussen nicht als Tempel wahrgenommen werden kann.

Die Angereisten durften am Sonntag nur in kleinen Gruppen zu dem Schrein vordringen, wie ein ranghoher Polizist sagte. TV-Sender zeigten Bilder von Tausenden Menschen, viele von ihnen safrangelb gekleidet, die sangen.

Die Regierung von Uttar Pradesh verkündete ebenfalls am Sonntag, ihre Pläne für den Bau einer 221 Meter hohen Bronzestatue Ramas seien von Indiens Regierung genehmigt worden. Wo genau sie stehen soll und wer sie finanziert, blieb noch unklar.

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