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Der viel zu warme Winter könnte im Frühling und Sommer unangenehme Auswirkungen haben: Falls es nicht noch richtig kalt wird, droht eine Wespenplage.

Unter den Wespen ist die Hackordnung erbarmungslos. Bei Wintereinbruch stirbt das gesamte Volk ab - bis auf die Königin, die sich alleine im Boden eingräbt und dort auf den Frühling wartet. Sobald es warm wird, kommt sie ans Tageslicht und bildet ein Volk.

Schwache Königinnen sterben während des harten Winters ab. So können sich nur die fittesten unter ihnen fortpflanzen. Der diesjährige Winter lässt jedoch auch die schwachen Exemplare am Leben.

Statt dass sie - wie von der Natur vorgesehen - in der Erde sterben, überleben sie und werden im Frühling 2016 aus dem Boden kriechen. Das Resultat: Viel mehr Völker als nach Wintern mit normalen Temperaturen.

Es sei zum Glück erst Dezember, sodass es durchaus noch kalt werden könne, sagte Christian Schweizer von Agroscope auf Anfrage der sda. "Wenn es aber nicht mehr richtig kalt wird, haben wir ein Problem." Würden im Frühling und Sommer ebenfalls gute Bedingungen herrschen, könne es zu einer Wespenplage kommen.

Bäume können sich nicht erholen

Wird es aber noch richtig kalt, haben all jene Pflanzen ein Problem, die bereits jetzt den Frühling spüren: Gänseblümchen und Löwenzahn, die vielerorts bereits blühen, könnten erfrieren.

Auch den Bäumen tut der warme Winter nicht gut. "Sie sind gestresst, weil sie sich nicht erholen können", sagte Schweizer. Spriessen bei landwirtschaftlichen Nutzpflanzen wie etwa Apfel- und Kirschbäumen bereits die Blüten, könne es bei einem Kälteeinbruch zudem zu schmerzhaften Einbussen kommen.

Immerhin: Mücken und Blattläuse werden vom frühlingshaften Winter nicht profitieren. Bei höheren Temperaturen werden sie vermehrt von Pilzen und Viren befallen, sodass ihre Population dezimiert wird.

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SDA-ATS