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Immer mehr Hausärzte praktizieren über das Pensionsalter hinaus. Einerseits ist die Suche nach einer Nachfolgelösung für viele eine Herausforderung. Andererseits wollen viele Ärztinnen und Ärzte unabhängig davon ihren Kittel einfach noch nicht an den Nagel hängen. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

(sda-ats)

Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz praktizieren immer häufiger über das Pensionsalter hinaus. Vor allem ambulant tätige Grundversorger hängen mit 65 Jahren ihre Arztkittel nicht unbedingt an den Nagel.

Waren 2008 schweizweit erst 409 Generalisten über 65 Jahren ambulant tätig, waren es im vergangenen Jahr bereits 1276. Rechnet man die stationär beschäftigten dazu, gab es 2016 gar 1347 Ärztinnen und Ärzte, die nach Erreichen des Pensionsalters weiterarbeiteten. Dies zeigen Zahlen aus der Ärztestatistik 2016, welche die Ärzteverbindung FMH am Mittwoch veröffentlichte.

Für die längere Berufstätigkeit der Generalisten sehen die Autorinnen der Statistik zwei Gründe: Erstens finden viele Hausärzte nicht so leicht eine Nachfolge, zweitens möchten viele Ärzte auch unabhängig von der Nachfolgeplanung über das Pensionsalter hinaus arbeiten.

Mehr Frauen, mehr Teilzeitarbeit

Insgesamt waren im vergangenen Jahr in der Schweiz 36'175 Ärztinnen und Ärzte berufstätig. Zwar machen die Männer mit 58,7 Prozent nach wie vor die Mehrheit der Ärzteschaft aus. Aber der Anteil der Frauen ist seit 2010 um 37,9 Prozent angewachsen.

Immer wichtiger wird auch für Mediziner die Teilzeitarbeit. Bei den ambulant Tätigen betrug das durchschnittliche Arbeitspensum 8,2 Halbtage pro Woche. Frauen arbeiteten im Schnitt 6,9 Halbtage, Männer 8,9.

Im stationären Bereich ist die Teilzeitarbeit weit weniger ausgeprägt. Dies liegt womöglich daran, dass die Weiterbildung vor allem stationär erfolgt und während dieser Karrierephase das Arbeitspensum seltener reduziert werden kann, wie es heisst.

2016 hatten 11'900 ein ausländisches Ärztediplom, das entspricht 32,9 Prozent der gesamten Ärzteschaft (2015: 31,5 Prozent). Über die Hälfte (53,6 Prozent) der ausländischen Fachkräfte kommt ursprünglich aus Deutschland, 10,8 Prozent stammen aus Österreich, 9,6 Prozent aus Italien und 3 Prozent aus Frankreich.

44,2 Prozent der Ärzte, die im Jahr 2016 einen eidgenössischen Facharzttitel erworben haben, verfügen über ein ausländisches Ärztediplom.

Generalisten holen auf

Eine Mehrheit (51,1 Prozent) der Ärzteschaft arbeitet im ambulanten Sektor, also etwa in Praxen. 47,3 Prozent sind im stationären Bereich tätig. Der Rest wird dem anderen Sektor zugeordnet.

Auf 1000 Einwohner kommen in der Schweiz 4,2 Ärzte, wie die Statistik weiter zeigt. Dies liegt über dem OECD-Durchschnitt von 3,3 Ärzten pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner. Auf Vollzeitäquivalente umgerechnet beträgt die Ärztedichte in der Schweiz 3,8 Mediziner pro 1000 Einwohner. Grundversorger sind in ländlichen Gegenden besser vertreten, während es in Städten mehr Spezialisten gibt.

Die FMH-Statistik zeigt auch, dass die Zahl der ambulant tätigen Generalisten seit 2008 (+ 31,3 Prozent) stärker zugenommen hat als die Anzahl der ambulant tätigen Spezialisten (+ 7,7 Prozent). Diese Verschiebung ist einerseits auf die Zulassungsbeschränkung bei den Spezialisten zurückzuführen. Andererseits ist sie dadurch bedingt, dass mehr Generalisten über das Pensionsalter hinaus aktiv bleiben.

Aufgrund der erteilten Titel in Fachgebieten wie Allgemeine Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin sowie Praktischer Arzt geht die FMH aber davon aus, dass "auch die nachfolgenden Generationen der Generalisten im ambulanten Sektor zahlenmässig gut vertreten sind".

SDA-ATS

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