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Die italienischen Carabinieri haben am Freitag in Genua einen in der Schweiz wohnhaften mutmasslichen Mafioso verhaftet. Der 54-Jährige wohnt in Frauenfeld und soll der kalabresischen Organisation 'Ndrangheta angehören.

Der Mann wurde von den Carabinieri verhaftet, als er sich am Freitagnachmittag im Hafen von Genua aufhielt. Carabinieri Oberstleutnant Carlo Pieroni bestätigte auf Anfrage eine entsprechende Meldung der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Der Verhaftete stand demnach an der Spitze des 'Ndrangheta-Ablegers im Thurgau und kümmerte sich um den Informationsfluss zwischen seiner Sektion und zwei weiteren in Singen und Radolfzell (beide Baden-Württemberg). Zudem er als Vermittler eingesetzt worden, um bei Streitigkeiten zwischen seinem Ableger und jenen in Süddeutschland zu schlichten.

"Dieser Mann ist so mächtig und gut geschützt, dass er sich sich trotz eines Haftbefehls frei bewegt hat" sagte Pieroni. Als er sich jedoch in Genua auf eine Fähre nach Sardinien begeben wollte, wurde er verhaftet.

Die italienischen Ermittler waren seit Anfang März auf der Spur des 54-Jährigen. Am 8. März waren Rahmen einer Anti-Mafia-Razzia in Italien, Deutschland, Kanada und Australien Dutzende mutmassliche 'Ndrangheta-Mitglieder festgenommen worden.

Die Schweiz hatte im Rahmen dieser internationalen Aktion ebenfalls ein Fahndungsersuchen erhalten. Das Bundesamt für Justiz (BJ) hatte die Verhaftung des nun gefassten Mannes aber abgelehnt. Im Fahndungsersuchen sei der Sachverhalt zu knapp dargelegt, hatte BJ-Sprecher Folco Galli dies damals begründet. Eine Überprüfung der Strafbarkeit sei nicht möglich.

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SDA-ATS