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Alle drei Frauen der links-grünen Allianz sind am Sonntag im zweiten Wahlgang in die Waadtländer Kantonsregierung gewählt worden. Damit bleibt die Exekutive links-grün dominiert, weist aber zum ersten Mal eine Frauenmehrheit auf. Die Stimmbeteiligung betrug 35,62 Prozent.

Mit dem besten Resultat wurde Nuria Gorrite (SP), die Stadtpräsidentin von Morges, neu gewählt. Sie erhielt 53,08 Prozent der Stimmen (74'438). Die 41-Jährige gilt als Pragmatikerin, die auch Mittewähler anspricht.

Auf dem zweiten Rang folgt Regierungsrätin Béatrice Métraux mit 52,29 Prozent (73'325). Die 56-jährige Grüne war erst im letzten Dezember bei der Ersatzwahl für den verstorbenen Jean-Claude Mermoud (SVP) in die Exekutive gewählt worden.

Regierungsrätin Anne-Catherine Lyon (SP) landete mit 50,04 Prozent der Stimmen (70'165) auf dem dritten Platz. Die 48-Jährige wurde bereits zum zweiten Mal in ihrem Amt bestätigt. Ihr Rückstand auf Métraux dürfte sich mit ihrem Aufgabenbereich erklären: Lyon betreut das Bildungsdossier, das viel Zündstoff birgt.

Auf dem vierten Rang und damit nicht gewählt ist der Waadtländer SVP-Generalsekretär Claude-Alain Voiblet. Er erhielt 62'480 Stimmen, das entspricht einem Stimmenanteil von 44,56 Prozent. Mit nur gerade 12'485 Stimmen (8,9 Prozent) endete Mittekandidat Emmanuel Gétaz von Vaud libre auf dem letzten Platz.

Das Scheitern Voiblets zeigt einmal mehr, dass die SVP mit Kandidaten, die dem Zürcher Flügel nahe stehen, bei Personenwahlen Mühe hat. So schaffte der 48-jährige Voiblet - trotz der offiziellen Unterstützung von FDP und Liberalen - den Sprung in die Regierung nicht.

Frauenmehrheit - Premiere in der Waadt

Mit der neuen Regierung hat die Waadt zum ersten Mal eine weiblich dominierte Exekutive - als einziger Kanton in der Schweiz. Dies ist aber keine Schweizer Premiere: Zwischen 2003 und 2006 etwa lenkte eine Frauenmehrheit die Geschicke im Kanton Zürich.

Sylvie Durrer, Direktorin des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann, erwartet trotz der neuen Frauenmehrheit in der Waadtländer Regierung keine grossen Änderungen. "In erster Linie spielt die Parteizugehörigkeit eine Rolle", sagte sie.

Trotzdem gebe es kleine Unterschiede zwischen den Geschlechtern, etwa beim Umweltschutz, beim Engagement für benachteiligte Menschen sowie beim Service public. Dies hätten Analysen des Abstimmungsverhaltens gezeigt. Laut Durrer hängt das mit den Lebenserfahrungen von Frauen zusammen, die sich von jenen von Männern immer noch stark unterscheiden.

Die neue Waadtländer Regierung, die ihre Arbeit am 1. Juli aufnehmen wird, setzt sich wie folgt zusammen: Aus den bisherigen Regierungsräten Pascal Broulis (FDP), Jacqueline de Quattro (FDP), Philippe Leuba (LDP), Pierre-Yves Maillard (SP), Anne-Catherine Lyon (SP), Béatrice Métraux (Grüne) sowie der neu gewählten Nuria Gorrite (SP).

SDA-ATS