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Die in Libyen unter Spionageverdacht festgenommenen Mitarbeiter des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) sind nach Angaben des Gerichts wohlauf. Die vier Mitarbeiter seien "bei guter Gesundheit" und würden "gut behandelt", teilte der ICC am Freitag in Den Haag mit.

Dies hätten die Festgenommenen während eines kurzen Treffens mit einer Delegation des Strafgerichtshofs in der libyschen Stadt Sintan berichtet. Dort waren die ICC-Mitarbeiter in der vergangenen Woche festgenommen worden.

Zu den Festgenommenen gehört neben drei ICC-Mitarbeitern aus Libanon, Russland und Spanien auch die australische Anwältin Melinda Taylor. Die libyschen Behörden werfen ihr Spionage und "Kommunikation mit dem Feind" vor. Taylor unterstützt den Sohn des libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Gaddafi, Seif al-Islam, bei der Auswahl eines Pflichtverteidigers.

Bei einem Treffen mit dem inhaftierten Gaddafi-Sohn soll Taylor einen Stift mit einer integrierten Kamera und einen verschlüsselten Brief von Seif al-Islams früherem Vertrauten Mohammed Ismail dabei gehabt haben. Ismail ist einer der meistgesuchten Männer Libyens.

"Sicherheitsverstoss"

Am Mittwoch hatte ein libyscher Regierungssprecher erklärt, laut ersten Ermittlungen hätten die ICC-Mitarbeiter einen "Sicherheitsverstoss" begangen. Die libysche Staatsanwaltschaft entschied, dass das Team deshalb 45 Tage lang festgehalten werden soll.

Libyen und der Internationale Strafgerichtshof streiten seit Monaten über die Frage, wo Seif al-Islam Gaddafi vor Gericht gestellt werden soll. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl des Gerichts wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des blutigen Bürgerkriegs vor dem Sturz seines Vaters vor.

Die libysche Regierung will Seif al-Islam, der lange als möglicher Nachfolger seines Vaters galt, dagegen selbst den Prozess machen, was das übliche Vorgehen ist. Der ICC wird normalerweise aktiv, wenn ein Staat einen Prozess nicht selber führen kann.

SDA-ATS