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Madrid - Spanien ist kein Raucherparadies mehr: Am Sonntag ist in dem Land eines der strengsten Antitabak-Gesetze der Welt in Kraft getreten. Das Qualmen ist mit dem überarbeiteten Anti-Tabak-Gesetz nicht nur in allen Kneipen, Restaurants oder Diskotheken verboten, sondern an bestimmten Stellen auch im Freien.
"Prohibido fumar" (Rauchen verboten) heisst es etwa auf Kinderspielplätzen und Pausenplätze oder vor Spitälern. Raucherzonen sind weder am Arbeitsplatz noch in Gaststätten oder auf Flughäfen erlaubt. Hotelbetreiber hingegen dürfen 30 Prozent ihrer Zimmer für Raucher reservieren. Bei Verstössen drohen Geldbussen zwischen 30 und 600'000 Euro.
Damit ist eine der letzten Raucher-Bastionen in Westeuropa gefallen. Bislang waren kleinere Bars und Restaurants mit weniger als 100 Quadratmetern Fläche vom Rauchverbot ausgenommen. Ausserdem war die Einrichtung von Raucherräumen erlaubt.
Ein umfassendes Rauchverbot war bereits 2006 eingeführt worden. Da sich viele aber nicht daran hielten, verabschiedete das Parlament in Madrid kurz vor Weihnachten eine drastische Verschärfung.
Danach sind Glimmstängel in allen geschlossenen und öffentlich zugänglichen Räumen untersagt. Um den Tabakfreunden die Neujahrsfeiern nicht zu vermiesen, trat das Gesetz erst am 2. Januar in Kraft.
Heftig umstritten
"Dass es noch nicht einmal mehr Raucherzimmer gibt, finde ich unverschämt", empörte sich ein frierender Raucher vor einer Kneipe im Zentrum Madrids. Auch die Gastwirte laufen gegen die Regelung Sturm. "Wir rechnen mit Einbussen von zehn Prozent und dem Abbau von bis zu 150'000 Arbeitsplätzen", sagte ein Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes.
Die Regierung erwartet dagegen, dass dank der Neuregelung bis zu drei Millionen Menschen in den kommenden Jahren das Rauchen aufgeben. "Dies war eine der wichtigsten gesundheitspolitischen Entscheidungen der jüngeren Geschichte", lobte der Kardiologe Víctor López, Mitbegründer des Nationalen Antitabakkomitees. "Das Gesetz wird Leben retten."
In Spanien sterben jedes Jahr rund 50'000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Darunter sind schätzungsweise auch etwa 5000 Passivraucher. Trotz der bisherigen Verbote war der Raucheranteil in der Bevölkerung um einen Punkt auf 35 Prozent gestiegen. Der EU-Durchschnitt liegt bei 29 Prozent.

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SDA-ATS