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Indien hat nach der jüngsten Volkszählung mehr als 1,2 Milliarden Einwohner und wächst zum bevölkerungsreichsten Land der Welt heran - noch vor China. Die zuständige Behörde veröffentlichte am Donnerstag vorläufige Ergebnisse der Volkszählung, wonach in Indien gut 1,21 Milliarden Menschen leben.

Das sind 181 Millionen oder 17,64 Prozent mehr als bei der vorangegangenen Volkszählung vor zehn Jahren. Nach offiziellen Schätzungen kommt China auf 1,34 Milliarden Bewohner.

Die US-Statistikbehörde hatte Ende 2009 prognostiziert, dass Indien China im Jahr 2025 als bevölkerungsreichstes Land überholen wird. Nach Berechnungen der UNO wird Indien bereits ungefähr 2020 das bevölkerungsreichste Land sein.

Indiens Bevölkerung hat sich in den vergangenen hundert Jahren mehr als vervierfacht: 1911 wurden 252 Millionen Menschen gezählt.

Staatlich vorgeschriebene Geburtenkontrolle gibt es in Indien anders als in China nicht. Kampagnen, sich auf zwei Kinder zu beschränken, sind besonders auf dem Land weitgehend wirkungslos geblieben.

Knaben sind beliebter

Dennoch lag das indische Bevölkerungswachstum von 17,64 Prozent zwischen 2001 und 2011 unter dem in dem Jahrzehnt davor, damals waren es 21,54 Prozent. In der aufstrebenden südasiatischen Wirtschaftsmacht leben inzwischen mehr als 17 Prozent der weltweit knapp sieben Milliarden Menschen.

624 Millionen Inder sind männlich, etwas mehr als 586 Millionen weiblich. Über 13 Prozent der Bevölkerung sind Kinder im Alter bis zu sechs Jahren.

Ein Problem bleibt die illegale, aber verbreitete Abtreibung weiblicher Föten: In der Altersgruppe bis zu sechs Jahren hat die Zahl der Jungen im Vergleich zu 2001 um 13,3 Prozent zugelegt, die der Mädchen um 12,9 Prozent.

Auf 1000 Jungen kommen nur noch 914 Mädchen (2001: 927). Die Mädchenrate sei die niedrigste seit der Unabhängigkeit im Jahr 1947, sagte der Chef der Volkszählungsbehörde am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur PTI.

Dicht besiedelt

Die Volkszählung zeigt auch, wie dicht der Subkontinent inzwischen bevölkert ist: Demnach leben im Schnitt 382 Inder auf jedem Quadratkilometer Fläche. Die rund 7,8 Millionen Menschen in der Schweiz haben deutlich mehr Platz, auf jeden Quadratkilometer kamen im Jahr 2009 nur 195 Einwohner - allerdings ist das Schweizerische Mittelland deutlich dichter besiedelt. Die Vergleichszahl für die Europäische Union liegt mit 116 sogar noch weit darunter.

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SDA-ATS