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In Indien hat ein Gericht die Regierung wegen der "jeden Tag schlimmer werdenden" Luftverschmutzung in der Hauptstadt Neu Delhi kritisiert. Es sei die "gesetzliche Pflicht" der Behörden, den Bürgern saubere Atemluft zu garantieren, urteilte das Nationale Gericht für Umweltfragen.

Von den Behörden verlangte es eine Reihe von Gegenmassnahmen. So ordnete es an, alle Fahrzeuge, die älter als 15 Jahre sind, von den Strassen Neu Delhis zu nehmen, staatlich betriebene Busse Emissionsprüfungen zu unterziehen und auf allen wichtigen Märkten der Stadt Luftreiniger zu installieren.

Zudem sollten Radwege eingerichtet und die Müllverbrennung im Freien verboten werden. Umweltschützer hatten den Behörden vorgeworfen, nicht angemessen auf die "Notsituation" in der Grossstadt mit 17 Millionen Einwohnern reagiert zu haben.

Das eindringlich formulierte Urteil des Gerichts sei deshalb zu begrüssen, zumal die Luftverschmutzung in Neu Delhi mittlerweile "giftige Ausmasse" annehme, sagte Chandra Bhushan, stellvertretender Direktor des in Neu Delhi ansässigen Wissenschafts- und Umweltzentrums.

"Die Regierung hat die gesetzliche Verpflichtung, die Massnahmen des Gerichtes umzusetzen", fügte er hinzu. Allerdings müsse noch mehr getan werden, da es weitere ungelöste Probleme gebe - etwa die täglich rund tausend Autos, die neu auf die Strassen der Stadt kämen.

Keine stichhaltigen Pläne

Das Gericht bemängelte, dass die Regierung von Premierminister Narendra Modi trotz entsprechender Anfragen keine stichhaltigen Pläne vorgelegt habe, mit denen sie dem Smog Delhis entgegenwirken will. "Nichts Wesentliches wurde vorgeschlagen, um die Luftverschmutzung in Delhi zu kontrollieren und einzudämmen", hiess es in dem Gerichtsbeschluss.

Die Hauptgründe für den Smog seien der Verkehr sowie das Verbrennen von Plastik und anderen Materialien unter freiem Himmel. Es sei "unbestritten und sogar unanzweifelbar", dass die Verschmutzung der Hauptstadt "Tag für Tag" zunehme.

Höchste Feinstaubbelastung weltweit

Die Weltgesundheitsorganisation WHO bescheinigte Neu Delhi in diesem Jahr die durchschnittlich höchste Feinstaubbelastung von 1600 untersuchten Städten weltweit.

Die hauptsächlich von der Industrie verursachten und extrem kleinen Schwebepartikel von weniger als 2,5 Mikrometer Durchmesser werden wegen ihres tiefen Eindringens in die Lunge und auch in die Blutbahn mit chronischer Bronchitis, Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten in Verbindung gebracht.

Die Behörden von Neu Delhi hatten den WHO-Report in Zweifel gezogen und sich empört über dessen Feststellung gezeigt, dass die indische Hauptstadt schlimmer verschmutzt sei als die chinesische Millionenmetropole Peking. In Chinas Hauptstadt sind öffentliche Warnungen wegen des dichten Smogs üblich, in Neu Delhi hingegen nahezu unbekannt.

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SDA-ATS