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Bern - Die Initiative für die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Schweiz ist zurückgezogen worden. Dies teilte Komitee-Sprecher Marcel Graf am Mittwoch der Nachrichtenagentur SDA mit. Das Hauptziel der Initianten war offenbar, Aufmerksamkeit zu erregen. Von der Heftigkeit der Reaktionen wurden sie überrascht.
Das siebenköpfige Komitee begründet sein Vorgehen seit Mittwoch auf seiner Website. Die Initiative sei die einzige rechtliche Möglichkeit gewesen, um sich Gehör zu verschaffen: "Unser Hauptziel war, die Bevölkerung auf die Missstände aufmerksam zu machen."
Diese orten Marcel Graf und seine Mitstreiter im Schweizer Rechtssystem, das auf der Täter- statt auf der Opferseite stehe. Für Hinterbliebene eines Opfers gebe es keine Möglichkeit, sich zu wehren. Sie fordern: "Die Politiker müssen das Rechtssystem endlich auf die Seite des Opfers stellen."
Der Täter müsse bestraft werden, nicht das Opfer und die Hinterbliebenen. Die Verwahrungsinitiative sei "durch deren Nichtanwendung eine Volksverarschung". Die Initianten kritisieren zudem, dass ein Täter im Gefängnis Unterkunft, warmes Essen, Unterhaltung und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten "als jeder ehrliche Obdachlose" bekomme.
Vom Echo überrascht
Gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte Initiant Marcel Graf am Mittwochnachmittag, die Initiative sei seriös aufgezogen worden und nicht bloss zur Provokation eingereicht worden - "obwohl wir mit der grossen Kelle angerührt haben". Das massive Echo hat Graf dann aber überrascht: "Wir haben mit massiven Reaktionen gerechnet, aber nicht mit so massiven."
Dass er und seine Familie neben positiven Reaktionen nicht nur negative, sondern auch anonyme nächtliche Anrufe erhalten haben, war dann zu viel. Die Sicherheit seiner Familie, so Graf, sei ihm so wichtig, dass er beschlossen habe, die Initiative zurückzuziehen.
Das Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen, haben Graf und sein Komitee jedenfalls in kürzerster Zeit erreicht. Das Thema warf seit Bekanntwerden der Initiative Ende letzter Woche nicht nur in der Schweiz und in Europa hohe Wellen - es beschäftigte auch die internationale Presse von den USA über die Arabischen Emirate bis nach Angola.

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SDA-ATS