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Die Winzer der grössten Herstellerländer Italien, Frankreich und Spanien müssen 2017 vor allem wegen des Frosts im Frühjahr dramatische Einbussen bei der Ernte verkraften. (Archiv)

KEYSTONE/TI-PRESS/SAMUEL GOLAY

(sda-ats)

Das Wetter macht den grossen europäischen Weinländern schwer zu schaffen. Vor allem wegen des Frosts im Frühjahr müssen sie dramatische Einbussen verkraften. Die weltweite Weinproduktion fällt in diesem Jahr auf ein 50-Jahres-Tief.

Die Internationale Weinorganisation (OIV) erklärte am Dienstag in Paris, in den grössten Herstellerländern Italien, Frankreich und Spanien sei wegen schlechter Ernten mit Einbrüchen von teilweise mehr als 20 Prozent zu rechnen.

Laut einer ersten Schätzung der OIV kamen die Winzer insgesamt auf rund 247 Millionen Hektoliter - 8,2 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Dies sei das niedrigste Ergebnis seit 1961, sagte Generaldirektor Jean-Marie Aurand am Dienstag in Paris.

"Historisch schwacher Jahrgang"

Die OIV sprach von einem "historisch schwachen" Jahrgang. In Italien als weltweit grösstem Hersteller wird laut der Organisation mit einem Produktionsrückgang um 23 Prozent gerechnet, in Frankreich mit einem Minus von 19 Prozent und in Spanien mit 15 Prozent. Die drei Spitzenreiter stehen zusammen für gut 44 Prozent der weltweiten Weinproduktion.

Einigen Ländern gelang es aber, ihre Produktion zu steigern. Dies gilt vor allem für Österreich, das ein Plus von 23 Prozent erzielen dürfte. Auch die EU-Länder Portugal, Rumänien und Ungarn erwarten bessere Erträge.

Auch deutsche Winzer brachten in diesem Jahr deutlich weniger Wein in ihre Keller. Die OIV sprach von einem Rückgang um 10 Prozent auf 8,1 Millionen Hektoliter. Deutschland steht in der Rangliste der grössten Weinproduzenten auf Platz 10.

Folgen auf Preise unklar

Die USA als viertgrösster Weinhersteller weltweit könnten ihre Produktion den Angaben zufolge ungefähr auf dem Stand von 2016 halten. Allerdings seien die Folgen der Waldbrände in Kalifornien Anfang Oktober noch nicht berücksichtigt, schränkte die OIV ein. Zuwächse gibt es laut der Organisation in Teilen Südamerikas sowie in Australien und Südafrika.

OIV-Generaldirektor Aurand sagte, es sei sehr schwer zu sagen, welche Folgen die insgesamt schwache Ernte auf die Preise für Wein haben wird. Er wies darauf hin, dass Lagerbestände aus früheren Jahren genutzt werden könnten, um die Folgen abzufedern. Auch mögliche finanzielle Einbussen für Winzer seien nicht zu beziffern - zumal es teils grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Anbaugebieten gebe.

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SDA-ATS