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Berlin - Der Iran hat die Steinigung einer zum Tode verurteilten Frau vorerst gestoppt. Die Steinigung der 43-Jährigen Sakineh Aschtiani wegen Ehebruchs werde aus humanitären Gründen ausgesetzt, meldete die Staatsagentur Irna. Aschtiani droht aber weiter die Todesstrafe.
"Auch wenn das Urteil definitiv und anwendbar ist, ist es aus humanitären Gründen und auf Anordnung des obersten Chefs der Justiz ausgesetzt und wird im Moment nicht vollstreckt", zitierte Irna den höchsten Justizbeamten der Provinz Ost-Aserbaidschan, Malek Adschdar Scharifi.
Sobald der Chef der iranischen Justizbehörden, Sadek Laridschani, es jedoch "für angebracht" halte, werde die Todesstrafe "ohne Rücksicht auf die Propaganda westlicher Medien" vollstreckt. Welche Art Todesstrafe damit gemeint war - ob Steinigung oder der im Iran weit verbreitete Tod durch den kurzen Strang - wurde nicht gesagt.
Die zweifache Mutter Aschtiani war nach Angaben ihres Anwalts und der Menschenrechtsorganisation Amnesty International im Mai 2006 zunächst zu 99 Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie nach dem Tod ihres Ehemannes eine "unrechtmässige Beziehung" zu zwei Männern gehabt haben soll.
Während eines Prozesses im September desselben Jahres gegen einen Mann, der des Mordes an ihrem Ehemann beschuldigt wurde, wurde sie dann auch noch wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt. Das Steinigungsurteil stiess international auf heftige Kritik.
Die Kinder Aschtianis bestreiten, dass ihre Mutter sich überhaupt einer Straftat schuldig gemacht hat. Es gebe keine Beweise für den angeblichen Ehebruch, das Urteil sei aus dem Ermessen der Richter gefällt worden. Das Urteil war 2007 vom Obersten Gericht des Landes bestätigt worden.
Die Steinigung als Methode zur Vollstreckung von Todesurteilen wird ausser im Iran nur noch in Afghanistan angewendet. Die Opfer werden in ein Erdloch eingegraben und von Freiwilligen mit Steinen beworfen, bis sie sterben.
Wer sich jedoch aus eigener Kraft aus dem Loch befreien kann, ist frei. Männer werden bis zur Hüfte eingegraben - Frauen bis zum Nacken. Sie haben keine Überlebenschance.

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SDA-ATS