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Der neue Iran-Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA bringt keine neuen Enthüllungen, sondern zeigt vor allem eines: Ungeachtet aller Kritik verbessert und vergrössert der Iran sein umstrittenes Atomprogramm weiter.

Das solle auch nach den iranischen Präsidentschaftswahlen am 14. Juni so weitergehen - egal wer dann regiere, liess Teheran bereits ankündigen. Erneute Gespräche zwischen dem islamischen Land, der IAEA und den fünf UNO-Vetomächten sowie Deutschland hatten in der vergangenen Woche keine Annäherung gebracht.

Dem vom Iran als friedlich deklarierten Atomprogramm schlägt internationale Skepsis entgegen: Viele Länder vermuten oder sind sich inzwischen sicher, dass Teheran in Wirklichkeit an Nuklearwaffen arbeitet.

Weil das Land nicht ausreichend mit seinen Inspektoren zusammenarbeitet, schliesst auch die IAEA dies nicht mehr aus. Weder diplomatische Bemühungen noch vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhängte Sanktionen brachten bisher eine Annäherung im Atomstreit.

Das Atomprogramm sei eine Staatsangelegenheit und als solche überparteilich, warnte der iranische Chefunterhändler Said Dschalili vergangene Woche vor falschen Hoffnungen auf einen Kurswechsel nach den Wahlen.

Mehr und effizientere Zentrifugen

Aus dem am Mittwoch in Wien vorgelegten neuen Iran-Bericht geht hervor, dass das islamische Land weiter neue, effizientere Zentrifugen für die Urananreicherung in seiner wichtigsten Atomanlage in Natans installiert. Sind diese erst einmal in Betrieb, kann Uran um ein Vielfaches schneller angereichert werden als bisher.

Seit Jahresbeginn habe der Iran 700 neue Zentrifugen installiert, so die IAEA. Auch die umstrittene Urananreicherung geht weiter - wenn auch in etwas kleinerem Ausmass, wie der Bericht zeigt: Seit dem letzten IAEA-Bericht im Februar habe das Land seinen Bestand von auf 5 Prozent angereichertem Uran um 689 Kilogramm auf insgesamt 8960 Kilogramm erhöht.

Der Bestand an höher auf rund 20 Prozent angereichertem Uran stieg um 44 Kilogramm auf 324 Kilogramm. Davon wandelte das Land aber 142 Kilogramm in Brennstoff für einen Forschungsreaktor um. Diese Menge kann damit nur noch schwer für Atomwaffen verwendet werden.

Das höher angereicherte Uran macht den Iran-Kritikern mehr Sorgen, da es unverhältnismässig leichter als niedrig angereichertes Uran für Waffenbrennstoff weiterverarbeitet werden kann.

Sorgen der IAEA

Sorge bereiten der IAEA auch laufende Arbeiten an einem Reaktor in Arak, der im dritten Quartal des nächsten Jahres in Betrieb gehen soll: Über diesen Reaktor fällt dann Plutonium an, was dem Iran neben Uran einen zweiten Weg zum Bau einer Atombombe eröffnen könnte.

Teheran habe sich geweigert, ausreichende Informationen zu Arak zur Verfügung zu stellen, kritisierte die IAEA im Bericht. Dies habe zunehmend einen nachteiligen Effekt auf die Fähigkeit der Atombehörde, die Anlage aussagekräftig zu kontrollieren.

Die IAEA fordert auch weiterhin Informationen und Zugang zu einer Militäranlage in Parchin, wo der Iran vor einigen Jahren Nuklearexperimente durchgeführt haben könnte. Nach dem IAEA-Bericht wurden in den vergangenen Monaten wichtige Teile der Anlage asphaltiert - und damit mögliche Spuren verwischt.

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SDA-ATS