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Irans Präsident Ahmadinedschad sorgt für Eklat bei UNO-Konferenz

Dieser Inhalt wurde am 03. Mai 2010 - 22:41 publiziert
(Keystone-SDA)

Washington - Mit scharfen Angriffen gegen die USA hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad für einen Eklat an der UNO-Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag gesorgt. Die Vertreter der USA, Grossbritanniens und Frankreichs verliessen während seiner Rede den UNO-Saal in New York.
Ahmadinedschad bezichtigte die USA der Aggressivität, des Vertrauensbruchs und der Lüge. "Die Vereinigten Staaten haben nicht nur die Bombe eingesetzt, sie bedrohen damit auch andere Länder, darunter meines", sagte er.
Weiter sagte der iranische Präsident: "Die USA haben versprochen, die Atombombe nicht gegen Länder ohne Atomwaffen einzusetzen. Aber die USA haben ihre Versprechen nie gehalten. Welches Land soll den USA noch vertrauen?" Der Besitz von Atomwaffen sei kein Anlass zu Stolz, "er ist widerlich und beschämend".
Der Atomwaffensperrvertrag sei "schwach" und "ungerecht", weil er einigen Ländern den Besitz von Atomwaffen erlaube. Ahmadinedschad schlug vor, sämtliche Atomwaffen und ihre Produktionsanlagen zu zerstören.
Zuvor hatte IAEA-Chef Yukiya Amano vor den Delegierten die Zweifel über die zivilen atomaren Ambitionen des Irans bekräftigt. Die Behörde könne weiterhin nicht bestätigen, dass der Iran sein Nuklearmaterial ausschliesslich für friedliche Zwecke nutze, "weil das Land nicht die nötige Bereitschaft zur Zusammenarbeit zeigt".
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor einem neuen nuklearen Rüstungswettlauf. Die Atommächte müssten ihren Willen zur Abrüstung bekräftigen, sonst drohe "ein Schritt zurück", sagte Ban.
Ban appellierte zudem an jene Staaten, die den Vertrag bislang nicht unterzeichnet haben, dies "so schnell wie möglich" zu tun, um eine Verbreitung gefährlichen atomaren Materials zu verhindern.
Die Konferenz der knapp 190 Unterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrags dauert bis zum 28. Mai. Für die Schweiz nimmt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey an dem hochrangigen Treffen teil.
Unterdessen legten die USA erstmals Zahlen zu ihrem Atomwaffenarsenal offen: Nach Angaben des Pentagon in Washington verfügt das Land über 5113 einsatzfähige Atomsprengköpfe. Bislang hatten die Zahlen strenger Geheimhaltung unterlegen.

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