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Ein Kämpfer der Syrischen Demokratischen Streitkräfte am Dienstag in Rakka.

Keystone/AP/UNCREDITED

(sda-ats)

Die radikalislamische IS-Miliz ist in ihrer einst wichtigsten syrischen Hochburg Rakka offenbar geschlagen. Von den USA unterstützte kurdische und arabische Kämpfer brachten die nordsyrische Stadt vollkommen unter ihre Kontrolle.

Dies teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit. Die Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) erklärten, sie hätten das zentrale Spital und das Stadion und damit die beiden letzten grossen Bastionen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der nordsyrischen Stadt eingenommen.

Am Montagabend hatten die SDF-Kämpfer den sogenannten "Kreisverkehr der Hölle" im Stadtzentrum erobert, einen berüchtigten Hinrichtungsplatz der IS-Miliz. Die Dschihadisten hatten die aufgespiessten Köpfe oder die gekreuzigten Leichen der Ermordeten teilweise tagelang auf dem Platz zur Schau gestellt.

Formell werde der Sieg erst verkündet, wenn alle Minen und IS-Widerstandsnester beseitigt seien, sagte ein SDF-Sprecher am Dienstag. Das werde bald abgeschlossen sein.

Rakka galt als Hauptstadt des IS in Syrien. Zusammen mit Mossul im Irak bildete es eine der zentralen Achsen in dem vom IS ausgerufenen Kalifat. Aus Mossul wurden die Islamisten im Sommer vertrieben.

Letzte IS-Fahne entfernt

Kämpfer holten die schwarze Flagge des IS vom Dach des Spitals. Es war die letzte IS-Fahne, die noch in der Stadt wehte. Im nahe gelegenen Stadion wurde die Flagge der kurdischen YPG-Miliz gehisst.

Die YPG stellt die stärkste Einheit innerhalb der SDF, die den IS seit Juni in Rakka bekämpfte. Auf den Strassen feierten SDF-Kämpfer ihren Sieg. Schüsse waren nur noch vereinzelt zu hören.

Der IS hatte Rakka 2014 erobert. Von dort aus wurden zahlreiche Angriffe und Anschläge im Ausland geplant. Doch seit diesem Jahr befindet sich der IS auf dem Rückzug. In Syrien wurde die Miliz weitgehend in ein Gebiet am Euphrat und in die umliegende Wüste zurückgedrängt.

Seine letzte grosse Offensive gegen den IS startete der SDF am Sonntag, nachdem eine Gruppe von syrischen Dschihadisten Rakka im Zuge eines mit Stammesältesten ausgehandelten Evakuierungsabkommens verlassen hatte. Zurückblieben waren bis zu 300 Islamisten, die die letzten IS-Stellungen in Rakka verteidigen wollten, darunter das Spital und das Stadion.

3250 Tote bei Kämpfen um Rakka

Die Kämpfe um Rakka haben nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 3250 Menschen das Leben gekostet - darunter mehr als ein Drittel Zivilisten. Zudem würden Hunderte weitere Menschen vermisst.

Für einen Teil der zivilen Opfer dürften dabei die Luftangriffe der US-geführten Internationalen Koalition verantwortlich gewesen sein. Die Bombardierungen des Bündnisses trafen immer wieder auch Menschen, die mit den Kampfhandlungen nichts zu tun hatten. Es wurde auch davon berichtete, dass IS-Kämpfer Unbeteiligte als lebende Schutzschilde missbrauchten.

IS auch in Deir al-Sor unter Beschuss

Während die von den USA unterstützte SDF-Offensive den IS von Norden aus zurückdrängte, kamen die Dschihadisten vom Süden her durch eine Offensive der von Russland, dem Iran und Schiiten-Milizen unterstützten syrischen Armee unter Druck.

Am Dienstag erklärte eine Propaganda-Einheit der libanesischen Hisbollah-Miliz, die Armee sei mit Unterstützung der Hisbollah in die letzten vom IS gehaltenen Bezirke in der Provinz Deir al-Sor vorgestossen.

Die einzigen bewohnten Gegenden, die der IS in Syrien noch kontrolliert, sind die Städte und Dörfer der Provinz südlich der gleichnamigen Hauptstadt im Euphrat-Tal. Die IS-Gebiete waren in den vergangenen drei Jahren von Rakka aus verwaltet worden.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Save the Children ist die Not der Zivilbevölkerung weiterhin gross. "Die Militäroffensive in Rakka mag zu Ende gehen, aber die humanitäre Krise ist grösser als je zuvor", erklärte Syrien-Direktorin Sonia Khush. Rund 270'000 Menschen, die aus der Stadt geflohen seien, bräuchten weiter dringend Hilfe.

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SDA-ATS