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Trotz der internationalen Luftschläge erhöht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Druck auf die nordsyrische Stadt Kobane - und startet sogar neue Attacken im Irak. In Kobane intensivierten die Dschihadisten am Samstag ihre Angriffe.

Nach Angaben von Aktivisten nahmen die IS-Milizen die Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten von drei Seiten in die Zange. Der Aktivist Farhad al-Schami berichtete der Nachrichtenagentur dpa am Telefon, es gebe heftige Gefechte im Süden, Westen und vor allem im Osten der Stadt.

Den nur mit leichten Waffen ausgerüsteten kurdischen Kämpfern sei es gelungen, in der Nacht mindestens sieben Angriffe im Südwesten zurückzuschlagen. Der Direktor der Syrischen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte der Nachrichtenagentur AFP, kleine Gruppen kurdischer Kämpfer versuchten, den Belagerungsring der IS-Milizen zu durchbrechen und den Extremisten so in den Rücken zu fallen.

Die Dschihadisten versuchen seit Freitag, die lebenswichtige Versorgungsroute der Kurden zur türkischen Grenze zu erobern. Die meisten Bewohner Kobanes sind bereits geflüchtet. Nach UNO-Schätzungen befinden sich aber noch immer rund 12'000 Zivilisten in und um Kobane, darunter rund 700 alte Menschen.

Angesichts des Vormarsches der IS forderten die kurdischen Kämpfer verstärkte Luftangriffe. Zwar habe der IS durch die Angriffe der USA und ihrer Verbündeten schwere Verluste erlitten, erklärte die Kurdenmiliz YPG am Samstag. In den vergangenen beiden Tagen seien die Einsätze aber nicht mehr so erfolgreich gewesen.

Das US-Kommandozentrum in Tampa teilte mit, am Freitag und Samstag seien bei vier Luftangriffen nahe der Stadt Kobane ein IS-Gebäude zerstört, ein Kommandozentrum beschädigt sowie eine Kampfstellung und zwei kleine Einheiten der Milizen getroffen worden. Bei zwei weiteren Angriffen hätten die Kampfpiloten drei Lastwagen zerstört.

Neue Offensive im Irak

Auch im Irak erhöhen die IS-Milizen den Druck. Wie das Nachrichtenportal "Sumaria News" am Samstag berichtete, versuchten die Extremisten mit zwei aufeinanderfolgenden Angriffen, die strategisch wichtige Ortschaft Amirijat al-Falludscha zu übernehmen. Irakische Streitkräfte und Stammeskrieger hätten die Terrormiliz jedoch zurückschlagen können.

Die Regionalregierung der westlichen Provinz Anbar hatte laut "Sumaria News" am Freitag entschieden, dass sie einen Einsatz von Bodentruppen der internationalen Koalition befürworten würde. Eine Entsendung von Bodentruppen steht in der Koalition derzeit aber nicht zur Debatte.

Zehntausende demonstrieren in Düsseldorf

Angesichts der dramatischen Lage in Kobane forderten in Düsseldorf mehr als 20'000 Kurden bei einer Kundgebung mehr Druck auf die Türkei. Die deutsche Regierung müsse ihren Einfluss geltend machen, damit im Grenzgebiet zur Türkei ein Sicherheitskorridor für Hilfs- und Waffenlieferungen geschaffen werde, verlangten die Teilnehmer der Demonstration.

In Basel demonstrierten rund 5000 Kurdinnen und Kurden am Samstag gegen den Terror der IS und gegen die Haltung der Türkei angesichts der dramatischen Kämpfe um Kobane. Seit Wochenbeginn war es wegen des Angriffs der IS-Terrormiliz auf Kobane zu Demonstrationen in europäischen Städten gekommen. In der Schweiz fanden Kundgebungen unter anderem in Zürich, Bern und Genf statt.

In der Türkei selber ebben die prokurdischen Proteste langsam ab. In der Nacht zum Samstag marschierten nur noch kleinere Gruppen durch die Kurdenmetropole Diyarbakir, um einen Militäreinsatz gegen die IS zu fordern. Aus Istanbul wurden kleinere Zusammenstösse gemeldet, dort gab es Medien zufolge auch einige Festnahmen.

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SDA-ATS