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In Ägypten hat das Innenministerium am Samstag erneut an die Anhänger der Muslimbrüder, ihre beiden Protestlager in Kairo umgehend zu verlassen. Wer nicht an gewaltsamen Aktionen beteiligt gewesen sei und nicht zum Terrorismus aufgerufen habe, müsse keine Strafverfolgung fürchten.

Einen ähnlich lautenden Aufruf hatte das Ministerium am Donnerstag veröffentlicht. Auf den Tag genau einen Monat nach dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi riefen die Islamisten für Sonntag zu neuen Massenkundgebungen auf.

Die Muslimbruderschaft, aus deren Reihen Mursi kommt, rief "alle Ägypter" dazu auf, "ihre friedlichen Demonstrationen (...) fortzusetzen, bis die letzten Ziele erreicht sind". Als Bedingung für politische Gespräche forderte sie die Rückkehr der Armee in die Kasernen.

Seit der Absetzung Mursis am 3. Juli durch das Militär gehen die Anhänger des Islamisten regelmässig auf die Strasse, um seine Wiedereinsetzung ins höchste Staatsamt zu verlangen. Tausende Mursi-Anhänger harren darüber hinaus in den zwei Protestcamps in Kairo aus, in denen sie so lange bleiben wollen, bis der Ex-Präsident wieder im Amt ist.

Westliche Emissäre gegen Gewalt

Der Westen will die ägyptische Übergangsregierung derweil von einem neuen Gewalteinsatz gegen die entmachteten Islamisten abhalten. Ägyptens Aussenminister Nabil Fahmi betonte jedoch am Samstag während eines Treffens mit US-Vizeaussenminister William Joseph Burns in Kairo, die Entscheidung liege letztlich alleine bei seiner Regierung, "die den Willen des ägyptischen Volkes umsetzt".

Unterdessen bemühte sich US-Aussenminister John Kerry nach seiner Äusserung über die Entmachtung Mursis um Klarstellung. "Alle beteiligten Parteien sind dafür verantwortlich, gemeinsam auf eine friedliche Lösung hinzuarbeiten", sagte Kerry laut einer Mitteilung vom Freitag.

Zuvor hatte Kerry in einem TV-Interview gesagt, die Armee sei beim Vorgehen gegen die Islamisten-Regierung von Millionen zum Eingreifen aufgefordert worden und habe "die Demokratie wiederhergestellt". Mit diesen deutlichen Worten hatte er bei den Islamisten Entsetzen ausgelöst.

Al-Kaida mischt sich ein

Die Terror-Organisation Al-Kaida schaltete sich per Internetbotschaft in den Konflikt in Ägypten ein und forderte die Muslimbrüder auf, für die Einsetzung der Scharia zu kämpfen. Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri kritisierte den Sturz Mursis scharf.

In einer am Samstag auf mehreren radikal-islamischen Websites veröffentlichten Tonaufnahme drängte er die Muslimbrüder, sich von der Demokratie abzuwenden und sich für eine Regierung auf Grundlage des islamischen Rechts einzusetzen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International behauptet ihrerseits, dass im Bereich der Pro-Mursi-Camps von den Islamisten festgehaltene politische Gegner gefoltert würden. Darauf deuteten mehrere Indizien hin, darunter Zeugenberichte von Überlebenden, berichtete die Organisation am Freitag.

200 Tote seit Sturz Mursis

Nach den Freitagsgebeten waren Mursis Anhänger wieder zu Tausenden auf die Strassen gegangen, allerdings schienen sich die Proteste in der Nacht abzuschwächen. Der Protest vor einem Medienzentrum in einem Vorort von Kairo endete im Chaos, die Polizei setzte Tränengas ein, die Demonstranten warfen Steine auf die Beamten. 34 Islamisten und 2 Polizisten wurden nach Angaben ägyptischer Medien verletzt.

Bei Zusammenstössen zwischen Islamisten, Sicherheitskräften und Säkularen sind seit Mursis Sturz nach unterschiedlichen Angaben bis 250 Menschen getötet und Tausende weitere verletzt worden. Mitte der Woche hatte die ägyptische Übergangsregierung dem Innenministerium Grünes Licht gegeben, die beiden Protestcamps in Kairo mit Polizeigewalt zu räumen.

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SDA-ATS