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Brüssel - Island und die EU haben am Dienstag Verhandlungen über einen Beitritt des nordatlantischen Inselstaats zur Europäischen Union aufgenommen. Islands Aussenminister strich die Vorteile seines Landes hervor und wehrte sich heftig gegen ein Walfangverbot.
Island habe der EU viel zu bieten, sagte Össur Skarphedinsson vor den Medien in Brüssel. "Wir kommen nicht mit leeren Händen", erklärte er mit Blick auf die Finanzkrise, die Island fast in den Bankrott getrieben und letztlich zum EU-Beitrittsgesuch geführt hatte.
Sein Land bringe viel Erfahrung im Fischfang, aber auch bei erneuerbaren Energien mit, sagte Skarphedinsson weiter. Zudem verwies er auf die strategische Wichtigkeit Islands, sollte das Eis in der Arktis weiter schmelzen und neue Transportwege und Energiequellen eröffnen.
Natürlich müsse da das richtige Gleichgewicht zwischen Nutzung und Erhalt der Natur gefunden werden, schob er dann doch noch im Hinblick auf den Umweltschutz nach. Zuvor hatte der belgische Aussenminister Steven Vanackere darauf hingewiesen, dass Island in Sachen Umwelt und Fischerei, aber auch im Finanz- und Agrarsektor noch Fortschritte machen müsse.
Bevölkerung skeptisch
EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle verwies angesichts der teils doch sehr weit auseinandergehenden Ansichten darauf hin, dass die Verhandlungen "nicht einfach werden". Allerdings sei er überzeugt, dass ein Beitritt Islands zur EU zu einer Win-win-Situation führen würde.
Bis zu einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen müssen aber noch einige Hindernisse zur Seite geräumt werden. Füle zeigte sich "besorgt" über die "mangelnde Unterstützung für einen EU-Beitritt in der isländischen Bevölkerung". Neuste Umfragen in Island zeigen, dass die Bevölkerung einen Beitritt derzeit mit rund 62 Prozent ablehnen würde.
Walfang und Auslandschulden
Für heftige Diskussionen dürfte auch der Walfang sorgen. Skarphedinsson verteidigte diesen als "Teil unserer Tradition". Die EU müsse dies verstehen. Das dürfte allerdings schwer werden, da eine EU-Richtlinie festhält, dass die Tiere innerhalb der europäischen Gewässer weder gefangen noch getötet werden dürfen.
Zudem hängt über den Verhandlungen der Schatten des Zusammenbruchs der isländischen Internetbank Icesave. Zwar hatte die EU-Kommission die Tilgung der daraus entstandenen Auslandschulden von 3,8 Milliarden Euro als "bilaterales Problem" bezeichnet. Aber die Niederlande und Grossbritannien wollen irgendwann ihr Geld zurück.
Wann hier eine Lösung gefunden wird, konnte der isländische Aussenminister nicht sagen.

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SDA-ATS