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Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich vor einer US-Reise für direkte Gespräche mit den Palästinensern ausgesprochen. "Es gibt keinen Ersatz für direkte Gespräche", sagte Netanjahu. Dafür brauche Israel aber die Unterstützung der US-Regierung.
Er hoffe, das werde ein Ergebnis seiner Reise nach Washington sein, sagte Netanjahu zu Beginn der wöchentlichen Sitzung des Kabinetts am Sonntag in Jerusalem. Netanjahu wird am Dienstag von US-Präsident Barack Obama im Weissen Haus in Washington empfangen.
Israel und die Palästinenser verhandeln derzeit mit Hilfe des US-Nahost-Vermittlers George Mitchell, der mit Fragen und Antworten zwischen Ramallah und Jerusalem pendelt.
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verlangt vor Aufnahme direkter Verhandlungen, dass Netanjahu einen im September auslaufenden Baustopp in jüdischen Siedlungen im Westjordanland verlängert. Netanjahu will sich aber laut israelischen Medienberichten darauf nicht von Obama festlegen lassen.
Abbas hat darüber hinaus in einem Interview mit israelischen Journalisten deutlich gemacht, dass er vor Beginn von direkten Verhandlungen wissen möchte, welche Positionen die israelischen Regierung bei den Themen Grenzen sowie Sicherheit bezieht. Die Palästinenser wollen einen unabhängigen Staat im Westjordanland, dem Gazastreifen und Ostjerusalem ausrufen. Die Zukunft Jerusalems ist dabei einer der grössten Streitpunkte.
Darüber hinaus wollen die Palästinenser, dass im Falle eines Friedensvertrages alle israelischen Soldaten von palästinensischem Boden abziehen. Dafür sollen UNO- oder NATO-Soldaten stationiert werden. Israel fordert jedoch, dass es die Grenzübergänge eines künftigen Palästinenserstaates nach Jordanien mitkontrollieren kann.
Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat wies unterdessen einen Bericht der überregionalen arabischen Tageszeitung "Al-Hayat" zurück, wonach Palästinenserpräsident Abbas zu weitreichenden Kompromissen bereit ist.

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SDA-ATS