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Italien hat angesichts von Anschlägen und Terrordrohungen die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Mehr als 14'000 Einrichtungen werden überwacht. Rund 550 Menschen erhalten bewaffneten Begleitschutz. 20'000 Sicherheitskräfte sind dafür im Einsatz.

Das beschloss der nationale Sicherheitsausschuss am Donnerstag im Innenministerium in Rom. Italiens Regierungschef Mario Monti stärkte zugleich den Steuerbehörden den Rücken. Sie haben die Wut frustrierter Bürger auf sich gezogen und stehen im Visier von Anarchisten.

Nach Drohungen gegen die Steuereinzugsgesellschaft Equitalia besuchte Monti am Donnerstag deren Hauptsitz in Rom. "In einem schwierigen Klima in unseren Land, das der wirtschaftlichen Krise geschuldet ist, sind Sie Ziel von Kritik und teils Opfer von gewalttätigen Aktionen geworden. Das ist nicht hinnehmbar", sagte der Regierungschef.

Monti forderte auch Unterstützung der Pädagogen. "Zum Beispiel muss in den Schulen gelehrt werden, dass es kein Zeichen von besonderer Cleverness ist, wenn man seine Steuern nicht zahlt."

Drohungen bei kalabresischen Zeitungen

In Italien gibt es seit Tagen Warnungen vor Anschlägen. Am Mittwoch waren Drohungen bei den kalabresischen Tageszeitungen "Calabria Ora" und "Gazzetta del Sud" eingegangen, die sich gegen die Equitalia und gegen Monti richteten. Allerdings gab es Zweifel. ob diese echt sind.

"Wir sagen Monti, dass er einer von den sieben Verbliebenen ist", schrieb die Gruppe namens FAI (Informelle Anarchistische Föderation - Federazione Anarchica Informale).

Die Gruppe hatte sich zu den Schüssen am 7. Mai auf den Chef der Atomfirma Ansaldo Nucleare, Roberto Adinolfi, bekannt und sieben weitere Anschläge angekündigt. Die FAI kündige auch Aktionen gegen den Rüstungskonzern Finmeccanica an.

Vergangene Woche war bei der Equitalia in Rom auch ein Brief mit Schiesspulver eingegangen. Bei Mailand tauchten zudem Flugblätter der linksextremen Untergrundgruppe Rote Brigaden auf, in denen zum antiimperialistischen Kampf aufgerufen wurde.

SDA-ATS