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Die italienische Steuerpolizei geht seit dieser Woche mit einem Computerprogramm auf Jagd nach Betrügern. Der automatische Einkommensmesser (italienisch: redditometro) könne "grosse Steuerhinterzieher und Schein-Arme entlarven", sagte der Vizedirektor der Steuerbehörde, Marco di Capua.

Das Programm vergleicht dazu eingereichte Steuererklärungen mit den tatsächlichen Ausgaben von Haushalten für Immobilien über Autos bis hin zu Lebensmitteln.

In der Startphase wird der "redditometro" auf 35'000 zufällig ausgewählte Haushalte losgelassen. Ergibt sich beim Abgleich eine Differenz zwischen angegebenen Einkünften und ermittelten tatsächlichen Ausgaben von mehr als zwanzig Prozent, klingeln die Steuerfahnder an der Haustür.

Durch Betrug entgehen dem wirtschaftlich und finanziell angeschlagenen Land jährlich geschätzte 120 Mrd. Euro an Steuereinnahmen. Dennoch führte der Einsatz des Programms in Italien zu einer Kontroverse.

Die einen sagen, der "redditometro" gehe nicht weit genug. Überwiegend vom konservativen Lager wird er dagegen als massiver Eingriff des Staates kritisiert. Vergleichbare Methoden seien "von kommunistischen und faschistischen Regimen genutzt" worden, sagte der Lega-Nord-Politiker Matteo Salvini.

Dabei war es der rechts-populistische und inzwischen selbst wegen Steuerbetrugs verurteilte frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der während seiner Amtszeit 2010 ein Vorgängersystem anwenden liess. Das brachte 2011 allerdings nur 116 Mio. Euro an hinterzogenen Steuern ein. Angesichts der tatsächlichen Ausfälle war das ein verschwindend geringer Betrag.

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SDA-ATS