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Japanische Regierung richtet Entschädigungsfonds ein

Als Gegenleistung für die Unterstützung der japanischen Regierung hat der Stromkonzern Tepco am Mittwoch einer drastischen Umorganisation des Unternehmens zugestimmt.

Am Mittwoch gab der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 bekannt, dass man einen von der Regierung vorgeschlagenen Reorganisationsplan angenommen habe.

Die japanische Regierung plant nun die Einrichtung eines Fonds, in den alle japanischen Stromversorger einzahlen sollen und der für die durch das Unglück entstandenen Schäden aufkommen soll, sollten sie Tepcos finanzielle Möglichkeiten übersteigen.

Tepco hat bereits einen Kredit über zwei Billionen Yen (21 Milliarden Franken) aufgenommen, um die bisherigen Notfallmassnahmen zu finanzieren.

Das Unternehmen rechnet ausserdem nach eigenen Angaben damit, dass es den rund 80'000 Bewohnern der Evakuierungszone in einer ersten Runde insgesamt 50 Milliarden Yen Schadenersatz zahlen muss. Wahrscheinlich werden die entstandenen Schäden diese Summen jedoch weit übersteigen.

Kaiser besucht Opfer

Die Regierung will voraussichtlich noch an diesem Freitag über einen Gesetzesentwurf für den Wiederaufbau der Region entscheiden. Zudem erwägt die Regierung, das Kabinett um drei weitere Mitglieder aufzustocken, um die Bemühungen zur Bewältigung der Katastrophe zu beschleunigen. Dazu bedarf es einer Gesetzesänderung.

Unterdessen reiste Kaiser Akihito mit seiner Gemahlin, Kaiserin Michiko, in die Unglücksprovinz Fukushima, um den Überlebenden Trost zu spenden und Mut zu machen. Nach Angaben des Haushofamts überreichten sie dem Gouverneur der Provinz Trostgelder aus ihren eigenen Mitteln. Damit ist das Monarchenpaar bereits zum fünften Mal in die Unglücksregion gereist, um den Opfern beizustehen.

Gefahr nicht gebannt

Zwei Monate nach dem Erdbeben und dem Tsunami ist die Gefahr einer weiteren Kernschmelze im AKW Fukushima 1 immer noch nicht gebannt. Tepco sieht sich jedoch auf dem Weg zur Lösung der Krise. Die bisher erzielten Fortschritte variierten aber je nach Reaktor, räumte ein Vertreter des Konzerns nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji Press.

Laut Greenpeace birgt die geplante Flutung des Atomreaktors 1 hohe Risiken. "Die strahlende Atomruine in Fukushima ist noch lange nicht unter Kontrolle", sagte Greenpeace-Experte Christoph von Lieven.

In die Betonhülle um den Reaktordruckbehälter sollten 7400 Tonnen Frischwasser eingeleitet werden. Nach einem Gutachten des Londoner Ingenieurbüros Large Associates könne dabei der Sicherheitsbehälter brechen, teilte die Umweltschutzorganisation mit.

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