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Die japanische Wirtschaft erholt sich allmählich von den Folgen der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe des vergangenen Jahres. Das Bruttoinlandprodukt legte im ersten Quartal 2012 gegenüber dem Vorjahr überraschend stark um 4,1 Prozent zu. Analysten hatten nur mit einem Plus von 3,5 Prozent gerechnet.

Im Vergleich zum Vorquartal wuchs die Wirtschaft um 1,0 Prozent, wie die Regierung in Tokio am Donnerstag mitteilte. Grund sei ein Anstieg der Konsumausgaben, der die Wirtschaft ankurbele. Das Erdbeben und der Tsunami vom 11. März 2011 sowie die anschliessende Atomkatastrophe hatten die japanische Wirtschaft schwer getroffen.

Damit übertrifft die drittgrösste Wirtschaftsnation die Wachstumsraten anderer grosser Industriestaaten wie den USA, deren Wirtschaftsleistung im ersten Quartal weniger stark zulegte als im Vorquartal.

Schuldenberg

Experten warnten jedoch vor zu viel Euphorie. Das Wachstum werde im Verlauf des Jahres nicht mehr so hoch ausfallen. Privater Konsum und steigende öffentliche Ausgaben hätten die Wirtschaft angekurbelt, sagte Yoshimasa Maruyama, Chefökonom beim Itochu Economic Research Institute.

Dabei sei die Nachfrage nach Autos durch staatliche Anreize und Investitionen durch Sonderhaushalte angetrieben worden. "Wir können nicht davon ausgehen, dass dies eine wirkliche Stärke der japanischen Wirtschaft widerspiegelt."

Im Gegensatz zu Europa und den USA ist der japanische Staat weiter dabei, sich mit hohen Investitionen zu verschulden. Dabei ist schon jetzt die Staatsverschuldung Japans doppelt so hoch wie das Bruttoinlandprodukt - höher als in jeder anderen Industrienation, wenngleich der Staat vor allem bei seinen eigenen Bürgern verschuldet ist.

Starker Yen drückt Exporte

Auch der starke Yen und die Krise in der Euro-Zone, die die Exporte des Landes beeinträchtigten, bereiten der japanischen Politik Kopfschmerzen. Finanzminister Jun Azumi hatte jüngst eine Intervention am Devisenmarkt nicht ausgeschlossen.

Japan hat bereits Ende Oktober mehr als 8 Bio. Yen (94 Mrd. Fr.) für einen Eingriff am Devisenmarkt aufgewendet, als der Dollar zum Yen auf ein Rekordtief abgerutscht war.

SDA-ATS