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Tepco, der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima, steckt tief in den roten Zahlen. Wie das vor der Verstaatlichung stehende Unternehmen am Montag bekanntgab, fiel zum Bilanzstichtag 31. März ein Fehlbetrag von 781,6 Mrd. Yen (9,1 Mrd. Fr.) an.

Das ist allerdings weniger als im Vorjahr, als Tepco ein Minus von 1,2 Billionen Yen verbucht hatte. Denn einen Grossteil der durch die Katastrophe im AKW Fukushima Daiichi anfallenden Entschädigungszahlungen an die Opfer übernimmt der Staat, der mit einer Kapitalspritze in Höhe von einer Billion Yen die drohende Insolvenz des Unternehmens abwenden will. Damit übernimmt die Regierung gleichzeitig mehr als 50 Prozent der Stimmrechte.

Der Umsatz sank um 0,4 Prozent auf 5,3 Billionen Yen. Auch im noch bis 31. März 2013 laufenden Geschäftsjahr sieht Tepco im dritten Jahr in Folge rot: Der Nettoverlust dürfte sich demnach auf 100 Mrd. Yen belaufen, wie der Konzern mitteilte. Der Umsatz soll dagegen auf 6 Billionen Yen steigen.

Sanierungsplan

Tepco soll die zugesagten Staatshilfen nach der Gesellschafterversammlung im Juni mittels eines staatlichen Entschädigungsfonds bekommen. Sie sind Teil eines auf zehn Jahre angelegten Sanierungsplans. Der Konzern sieht sich mit riesigen Entschädigungszahlungen sowie mit hohen Aufräumkosten und steigenden Kosten für Ersatzbrennstoffe konfrontiert.

Tepcos Überleben als unabhängiges Unternehmen hatte seit dem schweren Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März 2011, bei dem das AKW Fukushima Daiichi schwer beschädigt wurde, infrage gestanden. Der Sanierungsplan sieht vor, dass Tepco von April 2013 an wieder stillgelegte Atomreaktoren hochfährt.

Beobachter erwarten jedoch Widerstand aus der Bevölkerung. Denn knapp 14 Monate nach dem GAU in Fukushima war am 5. Mai der letzte Reaktor in Japan zu Wartungsarbeiten vom Netz gegangen. Damit muss die drittgrösste Industrienation erstmals seit 42 Jahren ohne Atomstrom auskommen. Wann und ob die Meiler wieder angefahren werden, ist noch unklar.

SDA-ATS