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Der Weg von Jasmine Flury an die Spitze ist kein gewöhnlicher. Mit dem Sieg im Super-G in St. Moritz wird die Bündnerin früher als erwartet ein erstes Mal für die mutige Karriereplanung belohnt.

Sie fühle sich gut, sagte Jasmine Flury am Tag nach ihrem Überraschungscoup. Mühe habe ihr lediglich das Einschlafen bereitet. Zu viele Gedanken seien ihr durch den Kopf gegangen, zu gross noch seien die Emotionen gewesen. Das verwundet nicht, denn vieles war neu und ungewohnt für sie an diesem Tag.

Zeit, zur Ruhe zu kommen, hatte Jasmine Flury trotz der Absage des zweiten Super-G am Sonntag vorerst nicht. Noch einmal hatte sie vor Ort im Engadin den Medien Auskunft zu geben, und am Abend war sie als Gast in die Sendung "Sportpanorama" des Schweizer Fernsehens eingeladen.

Ruhe und Abgeschiedenheit

Zeit zum Abschalten fand sie erst nach der Rückkehr in ihr Zuhause in Serneus im Prättigau. Sie mag die Ruhe und Abgeschiedenheit des kleinen Dorfes. Sie kennt das aus ihrer Jugendzeit, die sie in Monstein auf einem Bauernhof verbracht hat. "Das ist das Beste, was einem Kind passieren kann", sagt Jasmine Flury. Ihr Vater Georg ist nach wie vor Bauer, seit kurzem aber auch Gastwirt. Am 1. Dezember hat er in Monstein zusammen mit seiner zweiten Frau Corina das Restaurant Veltlinerstübli übernommen, das zuvor von Jasmine Flurys Onkel geführt worden war.

Auf die Unterstützung ihrer Angehörigen konnte Jasmine Flury stets zählen. Sie befürworteten auch ihren Entscheid, schon in jungen Jahren ganz auf die Karte Spitzensport zu setzen und dafür auf eine Ausbildung zu verzichten. "Natürlich war es ein Risiko", sagt sie. "Es gab auch eine Zeit, in der ich alles hinterfragt habe - vor allem damals, als ich verletzt war."

Die Frage nach der Operation

Die angesprochene Verletzung, das Problem mit der Hüfte, war selbstredend keine einfache Situation - nicht nur deshalb, weil sie dadurch die gesamte vorletzte Saison verpasst hatte. Da stand auch die Frage nach einer allfälligen Operation im Raum. "Es gab unterschiedliche Meinungen. Die einen Ärzte waren dafür, andere dagegen." Sie verzichtete schliesslich auf einen Eingriff und liess sich von Physiotherapeuten in Magglingen konservativ behandeln.

Der Verzicht auf eine Ausbildung ist nicht die einzige Besonderheit bei Jasmine Flurys Weg an die Weltspitze. Sie war nie Mitglied eines nationalen Leistungssportzentrums. "Die Aufnahmeprüfung hatte ich absolviert, für eine Aufnahme reichte es nicht." Auch besuchte sie nie eine Sportschule. Den Übertritt ins C-Kader von Swiss-Ski schaffte sie direkt aus dem Regionalverband. Das war im Frühjahr 2009. Jasmine Flury war damals 15 Jahre alt.

Der Wechsel in die Nachwuchs-Equipe des Schweizerischen Skiverbandes zeigte Jasmine Flury auch, dass Skifahren nicht nur aus Trainings und Wettkampf auf der Piste besteht, die Arbeit im Konditions- und Kraftbereich ein ebenso wichtiger Faktor ist. "Bis dahin war dies nicht mein Ding", blickt die Bündnerin zurück. "Ich habe lieber Fussball oder Unihockey gespielt. Mittlerweile mag ich diese Art Trainings aber sehr. Ich muss sogar darauf achten, dass ich es damit nicht übertreibe."

Der Ratgeber zu Hause

Einen Ratgeber fürs Training abseits der Piste hat Jasmine Flury mittlerweile an ihrer Seite. Ihr Freund, Christoph Boner, ist als Ski- und Konditionstrainer am Sportgymnasium Davos tätig. Zuvor arbeitete er bei den Alpin-Frauen von Swiss-Ski unter anderen mit Dominique Gisin, Nadia Jnglin-Kamer und Marianne Abderhalden zusammen. Den Stellenwechsel nahm Boner just vor, als seine Partnerin den Sprung in die höheren Kader geschafft hatte.

Dass durch die Rochade Konflikte innerhalb des Teams vermieden werden können, verneint Jasmine Flury nicht. Der Hauptgrund sei die spezielle Konstellation aber nicht gewesen. "Christoph wollte einfach mehr zu Hause sein. Dafür war die Anstellung in Davos die perfekte Möglichkeit."

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SDA-ATS