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2015 hing Jasmine Flurys Karriere als Rennfahrerin an einem seidenen Faden. Zweieinhalb Jahre später ist die 24-jährige Bündnerin eine topfitte Weltcupsiegerin. Möglich macht es ihre grösste Stärke.

Jasmine Flury ist keine Frau der grossen Töne. Die Bauerntochter aus dem 180-Seelen-Dorf Monstein ob Davos lässt lieber Taten sprechen - zum Beispiel ihren ersten Weltcupsieg im Dezember in St. Moritz. Das liegt an ihrem eher zurückhaltenden Gemüt, hauptsächlich aber am geringen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. "Sie ist keine, die mit viel Selbstvertrauen bestückt ist. Manchmal täte ihr mehr davon gut", sagt etwa Hans Flatscher. Der Cheftrainer der Swiss-Ski-Frauen meint es keineswegs abwertend, vielmehr erstaunt es ihn.

Spätestens seit sie zur Siegfahrerin geworden ist, könnte Flury ihre Ziele durchaus etwas forscher formulieren. Tut sie nicht. "Sie ist immer noch die Gleiche", stellte Flatscher in den letzten Wochen fest. Und Flury sagt: "Ich brauche Bestätigung." Ihr Ziel sei immer noch das gleiche wie vorher: gut zu fahren. So erklärt sie ihre Herangehensweise. Das ist medial unwirksam, aber ihrem Charakter entsprechend.

Und doch dürfte der von idealen äusseren Bedingungen begünstigte Triumph Flurys Entwicklung beschleunigen. Flury spricht von einem Aha-Erlebnis. Und Flatscher ist überzeugt, dass "der Sieg sehr viel wert ist. Er hilft ihr, in die Sache hineinzuwachsen." Eine konstante Siegesanwärterin ist sie zwar noch nicht. Doch das Potenzial für mehr ist vorhanden, das bezweifelt im Trainerstaff keiner.

Schmerzen, Zweifel, Fragezeichen

Dass Flury Zeit brauchen würde, war klar. Es ist noch nicht allzu lange her, da drohte der Rennfahrerinnen-Traum der polysportiv veranlagten Athletin zu platzen. Hüftprobleme zwangen die damals 22-Jährige 2015 zu einer langen Pause. Eine Fehlstellung führte zu einer Fehlbelastung, Schmerzen und schliesslich ein Einriss in der Gelenkpfanne waren die Folge. Eine ganze Saison verpasste sie. Und ob sie je wieder schmerzfrei würde fahren können, war ungewiss. So sagt es Daniele Petrini, der sie seit gut vier Jahren als Trainer auf ihrem Weg begleitet.

Den Tiefpunkt erreichte Flury vor Beginn der Saison 2015/16. Kurz vor dem Speed-Auftakt in Lake Louise, musste sie einsehen, dass es so nicht mehr geht. Eine, zwei Fahrten habe sie jeweils absolvieren können, vielleicht mit 100 Prozent, wahrscheinlich aber nur mit 80 Prozent, dann waren die Schmerzen zu gross, erklärt Petrini. Anstatt mit dem Team nach Kanada zu reisen, blieb Flury konsterniert auf gepackten Koffern in der Schweiz zurück.

Wie weiter? Eine Operation hätte nur eventuell geholfen, eine konservative Behandlung viel Zeit beansprucht, ebenfalls ohne Garantie für eine Genesung. Einen Plan B hatte Flury nicht mit im Gepäck - früh hatte sie voll auf die Karte Sport gesetzt -, dafür eine Menge Zweifel. "Ich hatte Angst um meine Karriere. Niemand wusste, welcher der richtige Weg ist und ob es gut kommt", sagt sie über die schwierige Zeit.

Das richtige Gespür

Flury entschied sich für die zweite Variante und lag damit richtig. In den vier Monaten abseits der Pisten, mitten im Ski-Winter, machten sich Fortschritte bemerkbar. Nach anderthalb Jahren ohne Rennen kehrte sie besser denn je zurück. Im Januar 2017 fuhr sie in der Abfahrt von Altenmarkt-Zauchensee zum ersten Mal in die Top 10. Ende Saison folgten die Plätze 5 und 7 auf der kommenden Olympia-Strecke von Jeongseon, in diesem Winter der Sieg im Super-G im Heimatkanton und zwei weitere Klassierungen in den Top 7.

"Jetzt ist sie topfit", sagt Flatscher und spricht damit Flurys grösste Stärken indirekt an. Mit ihrer Disziplin, dem Fleiss und der Hingabe sticht sie aus der Gruppe heraus - und rettete sie die eigene Karriere.

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SDA-ATS