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Der Schweizer Buchpreis 2013 geht an Jens Steiner. Der Zürcher erhält die mit 30'000 Franken dotierte Auszeichnung für seinen Roman "Carambole". Damit wird erstmals ein Autor geehrt, dessen Buch von einem Schweizer Verlag publiziert wurde.

Die Jury würdigte "Carambole" am Sonntag in Basel als ein Werk "von grosser poetischer Kraft". Steiners Beschreibungen von Schuld und Scham in einer Dorfgemeinschaft klängen ungerührt und berührten gerade dadurch, hiess es in der Laudatio.

"Carambole" ist Steiners Zweitling. Wie schon sein erster Roman "Hasenleben" schaffte es das Buch bereits auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis. Im Rennen um den Schweizer Buchpreis galt "Carambole" nicht unbedingt als Favorit; in dieser Rolle sahen die Experten eher Jonas Lüschers Debüt "Frühling der Barbaren".

Nominiert waren ausserdem die Werke "Soutines letzte Fahrt" von Ralph Dutli, "Niedergang" von Roman Graf und "immeer" von Henriette Vásárhelyi. Für die Aufnahme in die Shortlist erhalten Vásárhelyi und ihre Kollegen je 2500 Franken.

Dieses Jahr hatten 53 Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz 82 Titel eingereicht, wie es im Vorfeld hiess. Teilnahmeberechtigt sind jeweils neue deutschsprachige Werke von Schweizern oder in der Schweiz lebenden Autorinnen und Autoren.

Erstmals Schweizer Verlag

Der Schweizer Buchpreis wird seit 2008 verliehen. Ausgezeichnet wurden bisher Rolf Lappert, Ilma Rakusa, Melinda Nadj Abonji, Catalin Dorian Florescu und im vergangenen Jahr Peter von Matt für die Essaysammlung "Das Kalb von der Gotthardpost".

Dieses Jahr geht der Schweizer Buchpreis erstmals an einen Autor, dessen Buch von einem Schweizer Verlag publiziert wurde. Verlegerin Sabine Dörlemann plant eine sofortige Nachauflage von Jens Steiners Roman, erklärte sie am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

"Die Drucker stehen bereit", sagte Dörlemann. Eine Nachauflage gab es bereits, als "Carambole" die Aufnahme auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis geschafft hatte.

Insgesamt wurden bisher gemäss Dörlemann rund 4500 Exemplare des Romans verkauft. Wie sich der Schweizer Buchpreis auf den Verkauf auswirken wird, ist für die Verlegerin schwer abschätzbar. "Als Schweizer Verlag fehlen uns da die Erfahrungswerte", sagte sie.

"Nein, er lebt nicht in Berlin"

Der Preisträger Jens Steiner wurde als Sohn eines Schweizer Vaters und einer dänischen Mutter 1975 in Zürich geboren, wie es in seinem Lebenslauf heisst. Er sei "erst östlich, dann westlich der Albiskette" aufgewachsen und habe in Zürich und Genf Germanistik, Philosophie und Literaturwissenschaft studiert.

Nach dem Studium arbeitete er als Lehrer und Verlagslektor. Weiter heisst es: "Heute schreibt er Bücher. Nein, er lebt nicht in Berlin."

Der Preis sei eine Bestätigung seiner "kurzen Arbeit", erklärte der 38-Jährige in einer ersten Reaktion gegenüber Radio SRF. Und eine Ermutigung, so weiterzumachen - oder auch ganz anders, wie er sagte: "Diese Freiheit habe ich ja immer noch, zum Glück."

SDA-ATS