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Für die Ski-Freestyler Robin Briguet und Rafael Kreienbühl ist der Weg in die Halfpipe-Weltklasse noch weit und steinig. Der Schweizer Teamleader Joel Gisler gehört der erweiterten Spitze bereits an.

Die Rollenverteilung im Halfpipe-Team hat sich vor geraumer Zeit von selber ergeben. Das Alter, die Erfahrung und die Schwierigkeit der Tricks machen den bald 24-jährigen Gisler zum unbestrittenen Leader der Equipe des Franzosen Gregory Tuscher. Die Rolle und die damit verbundene Verantwortung nimmt Gisler gerne an - und würde sich gleichzeitig noch stärkere interne Konkurrenz wünschen. "Die Amerikaner haben sieben oder acht sehr starke Fahrer, das hebt das Niveau automatisch."

Gisler hat sich, so hat es das "St. Galler Tagblatt" einmal formuliert, in den letzten Jahren vom "Kamikaze-Springer zum überlegten Akrobaten" entwickelt. "Ich bin früher manchmal etwas gar kopflos gefahren und war viel verletzt. Nun bin ich überlegter unterwegs und stürze weniger." Gleichwohl bleiben Verletzungen in einer Zeit, in der die Halfpipes immer grösser und die Tricks immer schwieriger und technischer werden, ein ständiger Begleiter.

Die Krankenakte seit letztem August liest sich so: Gehirnerschütterung beim Inline-Skaten im Wattwiler Park, kurze Zeit später nach drei Schneetagen Bruch des linken Handgelenkes beim Pipe-Training in Neuseeland und eine zweite Gehirnerschütterung mit kurzer Bewusstlosigkeit. In der unmittelbaren Olympia-Vorbereitung in Laax, rund anderthalb Wochen vor dem Abflug nach Südkorea, warfen Gisler ständige Kopfschmerzen etwas aus der Bahn.

Mittlerweile weiss Gisler, wie er mit den Verletzungen und Blessuren umzugehen hat. Er lässt sich mit verschiedenen Methoden therapeutisch behandeln, hat sich viel Wissen zum Thema Mentaltraining angeeignet und setzt auf Atemtechniken. Letzteres hilft ihm beispielsweise vor dem Wettkampf, sich noch besser fokussieren zu können.

Bei seiner zweiten Olympia-Teilnahme - 2014 war er als 18. in der Qualifikation gescheitert - wird Gisler der Sprung in den Final der Top 12 zugetraut. Im Weltcup hat es der gelernte Maler schon sieben Mal in die Top 8, kurz vor Weihnachten beim nicht sonderlich stark besetzten Wettkampf in China als Zweiter mit Teamkollege Briguet (3.) sogar einmal aufs Podest.

Dass ihm auch in Südkorea ein Podestplatz gelingen wird, wo an Olympia mit Ausnahme seines nicht qualifizierten Idols Gus Kenworthy die gesamte Weltelite startet, ist eher unwahrscheinlich. Gisler strebt am Donnerstag im Final den Gewinn eines Diploms an. Mit einer Zweier-Kombination von "Switch Double Cork 1080", also rückwärts angefahrenen und dreifach gedrehten Rotationen, die neben ihm nur Olympia- und X-Games-Sieger David Wise und Weltmeister Aaron Blunck beherrschen, erscheint dieses Vorhaben wiederum realistisch. Es wäre, zwei Tage vor seinem Geburtstag, ein schönes Mitbringsel aus Bokwang.

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SDA-ATS