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Bei einem Luftangriff der NATO auf die libysche Hauptstadt Tripolis ist der jüngste Sohn von Staatschef Muammar al-Gaddafi, Saif al-Arab, getötet worden. Er sowie drei Enkelkinder Gaddafis seien in der Nacht zum Sonntag ums Leben gekommen, erklärte die libysche Regierung.

Regierungssprecher Mussa Ibrahim beschuldigte die NATO, sie habe Muammar al-Gaddafi gezielt töten wollen. Er und seine Frau seien ebenfalls in dem zerbombten Haus gewesen, seien aber unverletzt geblieben. Dagegen seien weitere Mitglieder der Familie sowie Freunde verletzt worden.

"Dies war ein direkter Anschlag, um den Führer dieses Landes zu ermorden", sagte Ibrahim. Nun müsse es jedem klar sein, dass das, was in Libyen passiere, nichts mehr mit dem Schutz von Zivilisten tun habe.

Saif al-Arab war eines der acht Kinder des Machthabers. Der 29-jährige hatte nach Angaben des Regierungssprechers in Deutschland studiert.

Der apostolische Vikar von Tripolis, Bischof Giovanni Martinelli, bestätigte am Sonntagabend den Tod des Gaddafi-Sohnes. Dies sagte Martinelli dem italienischen Fernsehsender Sky TG24 per Telefon.

NATO: Militärischer Angriff

Die NATO wies die Vorwürfe Libyens zurück, Gaddafi und seine Familie ins Visier genommen zu haben. "Alle NATO-Angriffe sind militärischer Natur. Wir nehmen keine Einzelpersonen ins Visier", teilte der NATO-Befehlshaber für den Einsatz, der kanadische General Charles Bouchard, am Sonntag mit.

Der Tod des Machthabers sei nicht das erklärte Ziel der NATO. Bei den Luftangriffen sei ein Kommandozentrum getroffen worden. "Wir bedauern jeden Verlust an Menschenleben", sagte er.

Auch der britische Premier David Cameron verteidigte die NATO-Luftangriffe. Die NATO wähle ihre Ziele strikt unter Einhaltung der Vorgaben der UNO-Resolution 1973 aus. Dagegen kritisierten Russland und Venezuela die NATO scharf.

Westliche Botschaften attackiert

Nach der Meldung vom Tod des Gaddafi-Sohnes zerstörten offenbar aufgebrachte Massen in der libyschen Hauptstadt die leerstehende britische Botschaft. Auch die italienische Botschaft sowie mehrere UNO-Gebäude wurden gemäss Augenzeugen und dem britischen Sender BBC angegriffen. Italienische Medien berichteten, die italienische Botschaft und die Residenz seien geplündert worden.

Grossbritannien und Italien verurteilten die Angriffe auf ihre Vertretungen. Der britische Aussenminister William Hague forderte den libyschen Botschafter auf, Grossbritannien binnen 24 Stunden zu verlassen.

Die UNO in Tripolis wiederum bereitet sich darauf vor, die Stadt zu verlassen. Ein Sprecherin begründete den Rückzug mit Unruhen, die es offenbar gegeben habe.

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SDA-ATS