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Uraufführung für das Kachelmann-Theater: Auf einer kleinen Mannheimer Bühne feierte am Samstagabend das Stück "Kachelmanns Rashomon" Uraufführung.

Der Autor und Regisseur Sascha Koal thematisiert in dem Zwei-Personen-Stück den spektakulären Vergewaltigungsprozess gegen den Schweizer Fernsehmoderator Jörg Kachelmann - und das mediale Echo darauf.

Gegen Ende wagen sich die beiden Darsteller Sarah Gros und Dirk Mühlbach in den Rollen von Kachelmann und seiner Geliebten an die Darstellung der angeblichen Tatnacht - zunächst so, wie er sie geschildert hat, dann in ihrer Version.

Es geht, wie es im Stück selbst heisst, "um die Vielschichtigkeit von Wahrheit und um die prinzipielle Brüchigkeit von Wahrheit". Der Titel des Stücks spielt auf den sogenannten "Rashomon-Effekt" an (nach dem Titel einer Erzählung des japanischen Autors Akutagawa Ryunosuke): die Verwirrung, die entsteht, wenn ein Ereignis aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird.

Eigentlich vorbei

Die beiden Schauspieler stellen in den rund anderthalb Stunden eine Vielzahl von Rollen dar: Den "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann und seine Kolumnistin Alice Schwarzer, eine Gutachterin vor Gericht, den sich selbst reflektierenden Theaterautor - und immer wieder Kachelmann und seine Geliebte, auch wenn der Name des Moderators im Stück selbst nicht genannt wird.

Doch von Anfang an ist klar: "Die Wahrheit kennen nur zwei Menschen. Und daran wird auch dieser Abend nichts ändern."

Der Applaus der knapp 60 Zuschauer im ausverkauften "Theater Felina-Areal" war durchaus wohlwollend, aber nicht frenetisch. "Die Schauspieler haben gut gespielt, aber ich brauche das Stück nicht unbedingt", bilanzierte eine Zuschauerin. "Das Thema ist eigentlich vorbei."

SDA-ATS