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Kaczynski beginnt Wahlkampf mit Hilferuf für Flutopfer

Dieser Inhalt wurde am 22. Mai 2010 - 19:33 publiziert
(Keystone-SDA)

Warschau - Wahlkampf im Schatten des Hochwassers: Der nationalkonservative Bewerber für das Präsidentenamt in Polen, Jaroslaw Kaczynski, hat bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Tod seines Zwillingsbruders Solidarität mit den Flutopfern gefordert.
In der Krise stehen Polen zusammen, mahnte Kaczynski vor seinen Anhängern in Warschau. "Die Solidarität ist unsere grosse Stärke", betonte der 60-jährige Oppositionsführer. Das könne dem Land eine "gute grosse Zukunft" bringen. "Wir werden siegen", riefen seine Anhänger.
Nach dem Tod von Präsident Lech Kaczynski beim Flugzeugabsturz vor eineinhalb Monaten soll am 20. Juni ein neues Staatsoberhaupt gewählt werden. Ursprünglich sollte die Wahl im Herbst stattfinden.
Seit Anfang dieser Woche haben Hochwasserfluten weite Landstriche Polens verwüstet. Rund 100'000 Haushalte sind betroffen, zwölf Menschen kamen ums Leben.
Kaczynski bot anderen Parteien an, bei der Bekämpfung der Flutfolgen zusammenzuarbeiten. Statt einer ursprünglich geplanten politischen Kundgebung gab es ein Wohltätigkeitskonzert für die Hochwasseropfer.
Nach dem Tod seines Bruders hatte Jaroslaw Kaczynski wochenlang die Öffentlichkeit gemieden. Zu politischen Themen äusserte er sich nur noch im Internet oder in Zeitungen.
Er wandte sich dabei von seinen früheren Positionen ab, darunter einer radikalen Abrechnung mit den Kommunisten. Stattdessen sprach sich Kaczynski für eine Kooperation mit der Regierung von Donald Tusk, seinem politischen Hauptgegner, aus.
Mit dem neuen Versöhnungskurs konnte Kaczynski gegen den liberalkonservativen Favoriten bei der Präsidentenwahl, Bronislaw Komorowski von der Bürgerplattform (PO), punkten.
Nach einer Umfrage der "Gazeta Wyborcza" würde Komorowski aktuell 49 Prozent, Kaczynski 31 Prozent der Stimmen erhalten.

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