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Kämpfe zwischen libyscher Armee und Rebellen in Misrata halten an

Ungeachtet der angekündigten Feuerpause hat die libysche Armee in Misrata ihre Kämpfe gegen die Rebellen fortgesetzt. Fast ununterbrochen waren in der Hafenstadt am Sonntag Raketenexplosionen und Maschinengewehrfeuer zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Die NATO setzte ihre Luftangriffe auf die Truppen von Machthaber Muammar al Gaddafi in der Nacht fort.

Entgegen früherer Angaben sagte der libysche Vizeaussenminister Chaled Kaim, die Regierungstruppen hätten sich aus der rund 200 Kilometer östlich von Tripolis gelegenen Stadt Misrata nicht zurückgezogen. "Sie haben lediglich ihre Operationen eingestellt."

In den nächsten 48 Stunden solle den einheimischen Stämmen Zeit gegeben werden, eine "friedliche Lösung" zu finden.

"Falsches Spiel"

Der militärische Sprecher des oppositionellen Nationalen Übergangsrats, Omar Bani, bezeichnete diese Ankündigung als "Trick". Gaddafi spiele ein "wirklich falsches Spiel", sagte er AFP. Gaddafis Truppen hätten sich vielmehr hinter die Frontlinie zurückgezogen und bereiteten sich auf neue Angriffe vor.

Zwei Soldaten, die von den Rebellen gefangengenommen wurden, sagten AFP, die Gaddafi-Truppen seien dabei, Misrata zu verlieren. Viele Armeemitglieder seien "nicht mit dem einverstanden, was vor sich geht", sagte der 25-jährige Misbah Mansuri. "Man hat uns den Befehl gegeben, jeden zu töten, der die Strasse überquert, auch Frauen und Kinder."

Angespannte humanitäre Lage

Mehr als 1400 Flüchtlinge aus Misrata trafen am Sonntag an Bord zweier Schiffe in Benghasi ein. Bei den Evakuierten handelte es sich nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) vor allem um ausländische Arbeiter.

Manche von ihnen hätten vier bis fünf Wochen in notdürftigen Lagern am Hafen der heftig umkämpften Stadt im Westen des Landes verbracht, sagte Javier Cepero vom IKRK. Derzeit seien noch zwischen 2000 und 3000 Menschen im Hafengebiet Misratas und warteten auf ihre Evakuierung.

Die humanitäre Lage in der Stadt blieb äusserst angespannt. Die Wasserversorgung lag weiter lahm. Es fehle an Geräten, Personal und Medikamenten, sagte ein Arzt. "Wir operieren in all unseren Einheiten wie am Fliessband."

Schwieriges Zudrehen des Geldhahns

Die internationalen Bestrebungen, Gaddafi den Geldhahn zuzudrehen, laufen einem Bericht der "Los Angeles Times" zufolge in einigen Teilen der Welt ins Leere.

Obwohl die USA und die Europäische Union bereits 60 Milliarden Dollar eingefroren haben, scheuten sich viele Länder mit starken wirtschaftlichen Beziehungen zu Libyen, Guthaben von Gaddafi zu sperren, berichtete die Zeitung. Dazu gehörten die Türkei sowie Kenia und andere afrikanische Länder.

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