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Kampagne gegen extreme Eifersucht

Die Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" rückt in den kommenden Wochen Eifersucht und Kontrollverhalten ins Zentrum. Wenn diese ins Extrem kippten, müssten sie als Formen psychischer Gewalt ernst genommen werden, fordern die über 50 an der Kampagne beteiligten Schweizer Organisationen.

Viele Fälle häuslicher Gewalt sind durch Eifersucht motiviert, wie aus europäischen und amerikanischen Studien hervorgeht. Für die Schweiz fehlen Daten; der Zusammenhang zwischen Eifersucht und dadurch motivierter Gewalt ist noch wenig bekannt.

Eine Onlineumfrage, die im Rahmen der Kampagne durchgeführt wurde, zeigt jedoch, dass Eifersucht "sehr weit verbreitet ist", wie die feministische Friedensorganisation cfd am Dienstag mitteilte.

"Zeichen der Liebe"

So interpretieren die Hälfte aller unter 16-Jährigen Eifersucht als ein Zeichen der Liebe. Bei den 20- bis 25-Jährigen ist diese Meinung nur noch bei 40 Prozent der Befragten verbreitet. Bei den über 60-Jährigen sind noch 15 Prozent dieser Ansicht. Von den über 47'000 Nutzerinnen und Nutzern, die an der Umfrage auf dem Newsportal 20min.ch mitgemacht haben, sind je nach Altersgruppe 40 bis 60 Prozent überzeugt, dass Eifersucht eine Beziehung frisch hält.

Vor allem ältere Menschen - und mehr Männer als Frauen - erklärten aufgrund ihrer Lebenserfahrung, dass für sie Eifersucht nichts mit Liebe zu tun hat. Mehr als 40 Prozent der Teilnehmenden gaben an, manchmal eifersüchtig zu sein. Wie die Umfrage verdeutlicht, ist besonders unter den Jugendlichen und den jungen Erwachsenen die Vorstellung verbreitet, dem Partner oder der Partnerin "zu gehören".

SMS lesen

Ein Viertel der unter 19-Jährigen gab denn auch zu, es okay zu finden, Textnachrichten auf dem Handy des Partners, der Partnerin zu lesen. Ein Drittel hat es schon getan und zwei Prozent gaben an, den Partner mit dem Handy zu überwachen. Je älter die Befragten, desto wichtiger wird die Privatsphäre.

Die Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" fordert Informationen dazu, wann Eifersucht zu gefährlicher Gewalt führen kann. Erst dann könne Gewalt gegen Frauen nachhaltig verhindert werden, schreibt der cfd. Extreme Eifersucht und Kontrollverhalten in einer Partnerschaft schränkten den Partner oder die Partnerin ein, machten Angst und seien Formen psychischer Gewalt. Gewalt sei nicht nur physischer und sexueller Art.

Aufrütteln

Die beteiligten Organisationen - darunter Frauen- und Menschenrechtsorganisationen oder Frauenhäuser - wollen sensibilisieren und Anstösse für eine gesellschaftliche Diskussion geben, wie der cfd, der die internationale Kampagne in der Schweiz koordiniert, weiter schreibt.

Während der Kampagne, die vom 25. November bis zum 10. Dezember stattfindet, veranstalten die über 50 beteiligten Organisationen Podiumsdiskussionen, Strassenaktionen, Workshops, Radiosendungen, Filmvorführungen und mehr.

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