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Der Zwist im Bistum Chur verschärft sich zusehends. Aus den Reihen der Biberbrugger Konferenz, der Vereinigung der Kantonalkirchen des Bistums, ertönt nun die Forderung nach der Abberufung von Bischof Vitus Huonder. Dabei helfen soll der Bundesrat.

"Ich persönlich sehe keine ruhige Zukunft in unserem Bistum ohne einen Wechsel in der Bistumsleitung", sagte Werner Inderbitzin, Vorstandspräsident der römisch-katholischen Kantonalkirche Schwyz sowie Mitglied und Sprecher der Biberbrugger Konferenz, in einem Interview in der Mittwochausgabe der "Neuen Luzerner Zeitung".

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA erklärte Inderbitzin, dass er davon ausgehe, dass die Konferenz seine Meinung weitgehend teilen werde. Die effektiven Schritte werde man aber erst bei einem Treffen in der kommenden Woche beschliessen.

Konzentrierte Aktion gegen den Bischof

Um den ungeliebten Bischof loszuwerden, will Inderbitzin via Kantonsregierungen den Bundesrat einschalten. Bis vor wenigen Tagen habe man noch das Gefühl gehabt, den Bundesrat einzuschalten sei wirklich nur der äusserste Schritt. "Nun ist es aber an der Zeit, eine konzentrierte Aktion gegen unseren Bischof zu starten", sagte Inderbitzin im Interview.

Die Biberbrugger Konferenz werde ohne Hilfe die Abberufung Huonders nicht erwirken können. "Wir haben keine Stimme in Rom", sagte der Kirchensprecher. Rom werde am ehesten hellhörig bei einer Intervention der Landesregierung.

Das habe schon im Fall von Bischof Haas Ende der 1990er-Jahre geholfen. Damals wurde CVP-Bundesrat Flavio Cotti beim Vatikan vorstellig, nun wäre wohl Aussenministerin Micheline Calmy-Rey (SP) zuständig.

Traditionelles Kirchenbild ist Kernproblem

Im Bistum Chur scheiden sich laut Inderbitzin die Geister am traditionellen Kirchenbild des Bischofs, das nach dem Credo funktioniere, "wer mir nicht gehorcht, ist nicht katholisch".

Das Bistum will die neuesten Entwicklungen und Forderungen nicht kommentieren, wie Bistumssprecher Giuseppe Gracia auf Anfrage mitteilte.

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SDA-ATS