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Naturkatastrophen und von Menschenhand verursachte Unglücke haben im vergangenen Jahr weltweit so viele Menschenleben wie seit Jahrzehnten nicht mehr gefordert: 304'000 Menschen starben - das ist laut dem Rückversicherer Swiss Re die höchste Zahl seit 1976.

Die meisten Opfer forderte 2010 das Erdbeben im Karibikstaat Haiti im Januar mit über 220'000 Toten. Mehr als 56'000 Menschen starben durch die sommerliche Hitzewelle in Russland, während Überschwemmungen in China und Pakistan 6200 Menschen den Tod brachten.

Der Vergleich zum Vorjahr zeigt, wie verheerend das letzte Jahr war: 2009 beklagte die Welt 15'000 Todesopfer durch Katastrophen, wie Swiss Re am Dienstag im Rahmen einer Studie für die globale Versicherungsindustrie bekannt gab.

Schäden verdreifacht

Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich laut dem zweitgrössten Rückversicherer der Welt auf 218 Mrd. Dollar. Die Schadensumme hat sich damit im Vergleich zu 2009 verdreifacht. Die Versicherungen stehen weltweit Kosten von 43 Mrd. Dollar gegenüber, womit das Niveau 60 Prozent über dem Vorjahr liegt.

Die höchsten Kosten haben die Erdbeben in Chile und Neuseeland ausgelöst mit 8 bzw. 4,5 Mrd. Dollar an versicherten Schäden. Hinter dem Wintersturm Xynthia in Westeuropa steht ein Schadenausmass von 2,7 Mrd. Dollar. Für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko steht eine Milliarde Dollar.

Mehr Tote durch Erdbeben

Die zehn teuersten versicherten Katastrophenschäden stammen alle aus entwickelten Ländern. Laut Balz Grolimund, einem der Autoren der Swiss-Re-Studie, steigt wegen des grösser werdenden Wohlstands das Ausmass der Schäden durch Erdbeben.

Das Bevölkerungswachstum ist laut Grolimund ein Grund, weswegen die Zahl der Toten bei Erdbeben steigt. Viele städtische Grossräume des Planeten befinden sich in besonders erdbebengefährdeten Gebieten.

Erdbebenschäden werden auch 2011 überdurchschnittlich sein: Die Katastrophe im neuseeländischen Christchurch vom 22. Februar dürfte einen Schaden von 6 bis 12 Mrd. Dollar ausgelöst haben. Die Kosten für das Erdbeben und den anschliessenden Tsunami in Japan werden noch weit darüber liegen.

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SDA-ATS