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Im Koreakonflikt zeichnet sich keinerlei Entspannung ab. Das letzte gemeinsame wirtschaftliche Grossprojekt zwischen Süd- und Nordkorea ist mehr denn je bedroht. Denn fast drei Wochen nach dem Produktionsstopp im Industriepark von Kaesong in Nordkorea zogen sich am Wochenende die letzten der dort noch verbliebenen Südkoreaner zurück - auf Anordnung der eigenen Regierung. Ausserdem gibt es Hinweise auf eine grössere Militärübung an der Westküste Nordkoreas.

Die südkoreanische Agentur Yonhap berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, dass Nordkorea während des Manövers Feldartillerieeinheiten und Verbände der Luftstreitkräfte einsetzen könnte. Auch der Abschuss von Raketen werde nicht ausgeschlossen.

Aus der grenznahen Sonderwirtschaftszone Kaesong kehrten am Samstag 125 Südkoreaner sowie ein Chinese zurück, wie das Vereinigungsministerium in Seoul mitteilte. Die letzte Gruppe von 50 Personen werde voraussichtlich am Montag folgen.

Mit dem Abzug ihrer Mitarbeiter folgen die in Kaesong tätigen südkoreanischen Unternehmen der Aufforderung der eigenen Regierung, angesichts der verschärften politischen Spannungen das kommunistische Nachbarland zu verlassen.

Die Entscheidung der Regierung habe die Unternehmen "irritiert", zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap den Leiter des Unternehmensverbands für den Kaesong-Komplex, Han Jae Gwon. Sie befürchteten jetzt die Schliessung des Gewerbekomplexes.

Ultimatum abgelehnt

Angesichts der Sorge um die Anlagen hatte Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae am Freitag Nordkorea aufgefordert, "den Schutz der Investitionen der Unternehmen in Kaesong vollständig zu garantieren. Das Regime in Pjöngjang hatte kurz zuvor einen als Ultimatum gestellten Vorschlag des Südens abgelehnt, Gespräche über die Sonderzone aufzunehmen. Nordkorea drohte im Gegenzug mit nicht weiter beschriebenen "gravierenden Massnahmen".

Pjöngjang hatte Anfang dieses Monats die "vorübergehende Schliessung" des Komplexes angeordnet. Über 50'000 nordkoreanische Arbeiter wurden daraufhin abgezogen. Die zu Niedriglöhnen Beschäftigten arbeiteten in mehr als 120 Unternehmen aus Südkorea.

Trotz der Kriegsdrohungen durch Nordkorea in den vergangenen Wochen hält Südkorea die Tür für Gespräche über den Industriepark zunächst noch offen.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel gilt seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar als extrem angespannt. Nordkorea hatte angesichts der Ausweitung von UNO-Sanktionen unter anderem den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt.

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SDA-ATS