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Bei den drei in der Waadt wegen Terrorismus-Verdacht verhafteten Männern wurden keine Spuren von Sprengstoff gefunden. (Symbolbild)

KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

(sda-ats)

Nach den Verhaftungen von drei Personen in der Waadt sind keine Spuren von Sprengstoff gefunden worden, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Ein Genfer Terrorexperte warnt vor einem Nährboden für Terroristen in der Schweiz.

Die drei Verhaftungen vom Wochenende in der Waadt waren am Dienstag öffentlich geworden und hatten für grosses Aufsehen gesorgt. Die Bundesanwaltschaft gab am Mittwoch bekannt, dass es sich bei den in der Waadt wegen Terrorverdacht verhafteten Personen um drei Männer handelt.

Bislang seien keine Spuren von Sprengstoff gefunden worden. Bei der Bundesanwaltschaft seien rund 60 Strafverfahren im Zusammenhang mit dschihadistisch motiviertem Terrorismus hängig. Ein grosser Teil dieser Verfahren betreffe jedoch die Propaganda im Internet.

"Basierend auf dem laufenden Strafverfahren ist kein Alarmismus angezeigt, obwohl man aufmerksam bleiben muss", fügte die Bundesanwaltschaft an. Es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine Verbindung zwischen den Verhaftungen vom Wochenende in der Waadt und jener Mitte Juni im Grossraum Genf.

Auch der Generalstaatsanwalt des Kantons Waadt, Eric Cottier, sprach am Mittwoch von drei verhafteten Männern. Bei einer Verhaftung am Wochenende auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrum in Aubonne VD sei auch eine Frau festgenommen worden, sagte Cottier. Sie sei nach einer Befragung aber wieder auf freien Fuss gesetzt worden.

Nährboden für Dschihadismus

In der Schweiz beginnt sich gemäss dem Genfer Terrorexperten Jean-Paul Rouiller ein Nährboden für den Dschihad zu entwickeln. Die lokalen Brennpunkte der Milieus gingen von Genf nach Lausanne und von Biel nach Zürich.

Das Neue daran sei, dass die Gefahr nicht mehr "importiert", sondern von innen her entstanden sei, sagte Rouiller in einem Interview in der "Tribune de Genève" von Mittwoch. Die dschihadistischen Milieus bestünden aus Menschen, die in der Schweiz aufgewachsen seien.

Junge verurteilte Menschen würden nicht zwanzig Jahre im Gefängnis bleiben - und Einige von ihnen sähen keine Perspektive. Wenn diese Menschen aus dem Gefängnis entlassen werden, werde die Schweiz in eine Dynamik geraten, wie sie andere Länder bereits erlebt hätten.

Zentrale Akteure in der Schweiz

Bislang sei die Schweiz als Schweif des Kometen betrachtet worden, weil die Akteure die Schweiz nur passiert hätten. Das beginne sich nun zu ändern. Es gäbe in der Schweiz zentrale dschihadistische Akteure, die Beziehungen im Ausland hätten. Dadurch bekäme die Schweiz eine andere Bedeutung.

Während der Bund von 88 Personen spricht, die die Schweiz verlassen und in Kampfzonen gereist sind, schätzt der Experte die Zahl auf 100. Das Netzwerk rundherum umfasst jedoch weit mehr Personen, wie Rouiller im Interview vorrechnet: Wenn man davon ausgehe, dass jeder Dschihad-Reisende auf 5 bis 10 Personen aus seinem privaten Umfeld zählen kann, die ihn finanziell oder logistisch unterstützen, können bis zu 1000 Personen mehr oder weniger in der Schweiz in den Dschihad involviert sein.

SDA-ATS