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Kirchenvertreter gegen Plakatverbot und Anti-Minarett-Initiative

Dieser Inhalt wurde am 09. Oktober 2009 - 10:11 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Vertreter der römisch-katholischen, der protestantischen und der freikirchlichen Religionsgemeinschaften sind gegen ein Verbot von Plakaten: Weder die Plakate der Anti-Minarett-Initiative noch jene der Freidenker sollten ihrer Ansicht nach verboten werden.
In einem Interview im "Landboten" und der "Thurgauer Zeitung" bezeichneten Norbert Brunner, Bischof von Sitten, Thomas Wipf, Präsident des Evangelischen Kirchenbundes, und Max Schläpfer, Präsident des evangelischen Freikirchen-Verbandes ein Plakatverbot als den falschen Weg, mit der Anti-Minarett-Initiative umzugehen.
Alle drei distanzierten sich von der Initiative wie auch vom Plakat. Man dürfe aber dem Stimmbürger zumuten, dieses "entlarvende Plakat" selber zu beurteilen, erklärte Wipf. Für Schläpfer bringt es immerhin die "Angst vor einer Islamisierung unserer Gesellschaft zum Ausdruck".
Die Initiative sei aber "völlig ungeeignet, um diesen Befürchtungen entgegenzutreten", betonte Brunner. Bei aller Ablehnung der Initiative würde er nie so weit gehen, die Plakate zu verbieten.
Der Bischof gab indes zu, selber schon einmal "im Talar gewisse Plakate, die sich gegen den Papst, die Bischöfe und gegen die christlichen Kirchen wandten, entfernt zu haben".
Auch das Plakat der Freidenker-Vereinigung "Da ist wahrscheinlich kein Gott..." sollte nach Ansicht der Kirchenvertreter nicht verboten werden. "Das Plakat ist zwar anstössig, bringt aber auch etwas in Bewegung", räumte SEK-Präsident Wipf ein.
Auf wenig Verständnis bei den Vertretern der katholischen und der protestantischen Kirchen stiess die jüngste Forderung der Jungsozialisten nach einer völligen Trennung von Kirche und Staat. Diese sei schon grösstenteils vollzogen. Die Juso gingen von falschen Voraussetzungen aus, kritisierten Wipf und Brunner.

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