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Das Festjahr anlässlich des 200. Todestags des Dichters Heinrich von Kleist (1777-1811) ist am Freitag in seiner Geburtsstadt Frankfurt an der Oder feierlich eröffnet worden.

Den Auftakt machte unter dem Motto "Ein Haus für Kleist" der erste Spatenstich für einen rund 5,4 Millionen Euro teuren Anbau des Kleist-Museums am Ufer der Oder. Daran nahmen Kulturstaatsminister Bernd Neumann und die brandenburgische Kulturministerin Sabine Kunst teil.

Der offizielle Festakt fand am Nachmittag in der Konzerthalle statt. Bis zum Todestag am 21. November erinnern unter anderem in Frankfurt (Oder), Berlin und Thun Ausstellungen, Theaterstücke, Symposien und Lesungen an Kleist.

Wie Kleist in Thun Bauer werden wollte

Dass auch Thun das Kleist-Jahr ausgiebig feiert, ist dem Umstand geschuldet, dass der Dichter 1802 und 1803 zweimal für einige Zeit in Thun gelebt hat. Auf der heute "Kleist-Inseli" genannten Delosea-Insel hatte er während einer Phase der Rousseau-Begeisterung Bauer werden wollen.

Hier kam es zum Bruch mit seiner Verlobten, der Generalstochter Wilhelmine von Zenge. Ihr stand der Sinn so gar nicht danach, "ein Feld zu bebauen, einen Baum zu pflanzen und ein Kind zu zeugen".

Auch Kleist tat in Thun anderes. Er arbeitete an den Trauerspielen "Die Familie Schroffenstein" und "Robert Guiskard" und begann mit dem Lustspiel "Der zerbrochene Krug".

Diesem begegnet man am knapp 20-teiligen Thuner Veranstaltungsreigen wieder: an einer Lesung aus Stefan Hännis "Scherbenhaufen". Der Krimi ist Kleists Komödie um den Richter Adam nachgebildet, der einen Prozess um ein kaputtes Gefäss torpediert, weil es ihn als Mädchenschänder entlarven könnte.

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SDA-ATS