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Grosser Knall bei Sonova: Das Führungstrio des Hörgeräteherstellers tritt wegen verdächtigen Aktienverkäufen zurück. Verwaltungsratspräsident Andy Rihs, Konzernchef Valentin Chapero und Finanzchef Oliver Walker räumen ihre Posten, nachdem Börsenregeln und interne Vorschriften verletzt wurden.

Die erfolgsverwöhnte Sonova hatte vor zwei Wochen für Misstöne gesorgt: Am 16. März warnte das Unternehmen aus Stäfa ZH, es werde Gewinn- und Umsatzziele für das laufende Geschäftsjahr 2010/2011 (per Ende März) verfehlen. Denn der Rückruf eines Produkts und Probleme in den USA würden das Ergebnis belasten.

Gleichentags kam ans Licht, dass kurz vor der Gewinnwarnung Mitglieder von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat mit Aktien- und Optionenverkäufen noch Kasse gemacht hatten. Alleine in den letzten zwei Wochen vor der Gewinnwarnung verkauften sie Aktien und Optionen ihres Unternehmens im Wert von über 47 Mio. Franken.

Aktie abgestürzt

Die Dissonanzen lösten ein grosses Echo aus: Die Aktie stürzte an jenem Tag um über 20 Prozent ab. Und die Vermutung kam auf, die Spitzenleute hätten von der Gewinnwarnung gewusst und noch rechtzeitig ihre Scherflein ins Trockene gebracht.

Die Staatsanwaltschaft Zürich leitete eine Vorabklärung wegen möglichen Insiderhandels ein. In etwa zwei Wochen wird sie laut einer Sprecherin über die Eröffnung eines Verfahren entscheiden.

Rihs beteuerte am Mittwoch vor den Medien in Zürich, zum Zeitpunkt des Verkaufs seiner 300'000 Aktien am 8. März für 37,5 Mio. Fr. habe er nicht gewusst, dass Sonova eine Woche später eine Gewinnwarnung veröffentlichen würde. Dies habe eine Untersuchung der Anwaltskanzlei Homburger bestätigt, die Sonova in Auftrag gegeben habe, um die Vorwürfe abzuklären, sagte der neue Verwaltungsratspräsident Robert Spoerry, der das Amt von Rihs übernahm.

Sonova habe es unterlassen, im Vorfeld der Gewinnwarnung rechtzeitig eine interne Handelssperre für Aktien und Optionen der Mitarbeiter zu verhängen, sagte Spoerry. Die Untersuchung von Homburger habe gezeigt, dass so interne Regeln von Sonova verletzt worden seien.

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SDA-ATS