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Zeitgleich zu den Friedensgesprächen mit der linksgerichteten FARC-Guerilla haben die Streitkräfte Kolumbiens einen der Anführer der Rebellen getötet. Das teilte der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Santos bezeichnete die Tötung von Jesús Antonio Plata Ríos alias "Zeplin" als gemeinsamen Erfolg von Luftwaffe und Armee. Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón erklärte, dies sei "ein weiterer Schlag", welcher die Fähigkeiten der Armee im Kampf gegen die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) beweise.

"Zeplin" führte die FARC-Truppen im Westen des südamerikanischen Landes an. Beide Seiten verhandeln seit neun Monaten über eine Beilegung des seit fast 50 Jahren schwelenden Konflikts.

Vorsichtiger Optimismus

Nach ihrem Treffen in Havanna zeigten sich die Unterhändler der FARC und der Regierung am Samstag zuversichtlich, äusserten zugleich aber auch Vorbehalte. "Diejenigen, die sich für die Demokratie entscheiden wollen, müssen ihre Waffen niederlegen", forderte der Verhandlungsführer der Regierung, Humberto de la Calle.

"Wir hoffen, Schritt für Schritt dieses Abkommen zur Beendigung des Konflikts zu erreichen, Schritt für Schritt geben wir dem Frieden eine Chance", fügte er hinzu. Die Rebellen müssten aber "jede Form des Kampfes" aufgeben.

Umstrittene Tötungen

FARC-Unterhändler Iván Márquez sprach nach dem Treffen von "bedeutenden Fortschritten". Er kritisierte jedoch Interview-Äusserungen des Präsidenten, wonach das Militär den Auftrag habe, FARC-Mitglieder zu töten. Diese Stellungnahme sei wenig hilfreich, um eine vertrauensvolle Atmosphäre für die Friedensverhandlungen zu schaffen.

Santos hatte in dem am Donnerstag erschienenen Interview mit der Zeitung "El Tiempo" auch angekündigt, zu einem Treffen mit FARC-Chef Timoleón Jiménez bereit zu sein, falls dies die Verhandlungen voranbringe.

Die FARC, die 1964 im Kampf gegen Grossgrundbesitzer gegründet wurden, sind die grösste Rebellengruppe in Kolumbien. Seit November führen sie mit der Regierung Friedensverhandlungen in Kuba. Das nächste Treffen ist für den 19. August geplant. Im Mai erzielten beide Seiten bereits eine Einigung über eine Landreform.

Die kolumbianische Regierung hatte einen Waffenstillstand während der Verhandlungen mit der Begründung abgelehnt, die Rebellen würden diesen für eine Wiederbewaffnung nutzen. Zuletzt wurden wieder vermehrt Kämpfe gemeldet. Ende Juli kündigte Santos eine Verstärkung der Offensive gegen die FARC an.

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SDA-ATS