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Bei ABB versagte das Kontrollsystem: ein Geldverwalter bediente sich zwei Jahre lang aus der Kasse. (Archiv)

Keystone/WALTER BIERI

(sda-ats)

Der Geldverwalter bei ABB in Südkorea hat sich für den Diebstahl von gut 100 Millionen Dollar Zeit gelassen: Jahrelang hat er von den Konten des Schweizer Industriekonzerns Gelder abgezweigt.

Dies schreibt das Wirtschaftsmagazin "Bilanz" in einem Vorabdruck vom Donnerstag. Der Geldverwalter habe von Februar 2015 bis Februar 2017 die Summe von 35,7 Milliarden Won (31,5 Millionen Dollar) unterschlagen, steht im internationalen Haftbefehl von Interpol, der auch der Nachrichtenagentur sda vorliegt.

In 73 Transaktionen überwies der Geldverwalter die Summe von ABB-Konten auf das Konto einer Firma KW Industry, bei der als Firmenchef eingetragen ist, sowie auf Konten von Bekannten. Damit der Betrug nicht auffiel, fälschte der 57-Jährige Unterlagen.

Erst als der Mann am 7. Februar untertauchte, entdeckte ABB, dass er insgesamt einen Schaden von über 100 Millionen Dollar angerichtet hatte. Damit dürfte es sich um einen der grössten Betrugsfälle von Angestellten von Schweizer Konzernen handeln.

Der Geldverwalter ist international zur Fahndung ausgeschrieben. Laut "Bilanz" wird er in China vermutet. Er arbeitete 25 Jahre für ABB. Nun drohen ihm 30 Jahre Gefängnis. Als Folge des Riesenbetrugs hat ABB die Kontrollmechanismen verstärkt und den Länderchef der Niederlassung in Südkorea ausgewechselt.

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SDA-ATS