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Korsische Nationalisten haben bei Regionalwahl die Nase vorn

Anhänger der korsischen Nationalisten feiern die ersten Resultate.

KEYSTONE/EPA/OLIVIER SANCHEZ

(sda-ats)

Bei der Regionalwahl auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika haben die korsischen Nationalisten in der ersten Runde die Nase vorn gehabt. Die Liste des nationalistischen Spitzenkandidaten Gilles Simeoni kam am Sonntag auf 45,4 Prozent.

Die endgültige Entscheidung über die Mehrheitsverhältnisse im Inselparlament fällt allerdings erst in der zweiten Runde in einer Woche.

Die Wahl gilt als mögliche Richtungsentscheidung für das schwierige Verhältnis der Insel zum französischen Zentralstaat. Sollten sich die korsischen Nationalisten als stärkste Kraft behaupten, dürften ihre Forderungen nach mehr Autonomie neues Gewicht bekommen.

Die gemeinsame Liste der wichtigsten nationalistischen Kräfte will eine rechtlich verankerte Autonomie Korsikas. Eine Abspaltung von Frankreich fordert sie aber nicht. Bestrebungen für mehr Eigenständigkeit gibt es auf der Insel, die näher an Italien als an Frankreich liegt und eine eigene, dem Italienischen verwandte Sprache hat, seit Jahrzehnten. Lange waren diese von Gewalt überschattet. 2014 hatte die Korsische Nationale Befreiungsfront FLNC die Waffen niedergelegt.

Grund für die jetzige Neuwahl ist eine Reform der Verwaltungsstruktur Korsikas, durch die das Inselparlament an Bedeutung gewinnt. Korsika ist etwa halb so gross wie Sachsen und zählt rund 300'000 Einwohner, etwa ein halbes Prozent der französischen Bevölkerung.

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